Polizeigeschichte NRW 2020er Jahre


Polizeistudierende bei Spurensicherungsübungen beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personal der Polizei in Selm


2020                                                                                                               (Stand 15.3.20)

 

 

 

5. Januar. Das Jahr beginnt mit einem tödlichen Schusswaffengebrauch. In Gelsenkirchen wird ein 37-jähriger Mann erschossen, der sich zwei Polizeibeamten mit einem Messer in dier Hand nähert. Der Mann hatte zuvor vor der Polizeiwache Gelsenkirchen-Süd mit einem Gegenstand auf einen Streifenwagen eingeschlagen. Als der polizeibekannte Gewalttäter der Aufforderung nicht nachkam und sich den Beamten mit der Waffe näherte, schoss ein 23-jähriger Auszubildender der Polizei auf den Angreifer.[1] Der verstorbene Türke, der seit 2002 in Deutschland lebt, wird von der Polizei im weiteren Verlauf als geistig verwirrter islamistischer Einzeltäter eingestuft.[2]

 

Januar. Elektroschocker. Die Gewerkschaft der Polizei fordert angesichts 19.000 gewalttätiger Angriffe auf nordrhein-westfälische Polizeibeamte 2018 eine flächendeckende Versorgung der Polizisten mit Elektroimpulswaffen, so genannten Tasern. Mit den Elektroschockgeräten soll eine waffentechnische Lücke zwischen der Dienstpistole einerseits und dem Schlagstock bzw. dem Pfefferspray anderseits geschlossen werden.[3]

 

Januar. Das Innenministerium veröffentlicht Zahlen zu Messerangriffen, die 2019 erstmalig erhoben worden sind. Danach sind der NRW-Polizei innerhalb eines Jahres fast 7000 Straftaten gemeldet worden, bei denen mit Messern zugestochen oder gedroht worden ist.[4]

 

Februar. Bei Ermittlungen gegen eine 13-köpfige mutmaßliche rechte Terrorgruppe gerät auch ein Verwaltungsbeamter der nordrhein-westfälischen Polizei in den Fokus der Ermittler. In welcher Behörde der Mann, der seit den 90-er Jahren Landesbeamter ist, arbeitet, will das Innenministerium nicht preisgeben.[5]

 

Februar/März: Ein neuartiges Virus, das unter der Bezeichnung „Corona“ (Covid-19) zunächst in China auftritt und dort mehrere Tausend Menschenleben kostet, verbreitet sich über die gesamte Welt. In Deutschland sind bis zum 15. März fast 6000 Menschen infiziert und 12 verstorben.[6] Es hinterlässt sehr schnell auch in der Polizei Spuren. Anfang März wird bei zwei Beamtinnen aus Viersen die Krankheit festgestellt, kurz darauf auch bei einem Polizisten aus Wesel. Auch an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung gibt es an den Standorten Aachen und Mülheim erste Fälle. Zunächst wird die für den 26. März angesetzte Vereidigung des 2019er Einstellungsjahrgangs in Köln abgesagt, am 15. März auch die Hochschule geschlossen. Das Innenministerium registriert die Erkrankungen in der Polizei, schweigt sich jedoch gegenüber den Medien zu den Fallzahlen aus.

 



[1] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Gelsenkirchen: Polizist tötet Angreifer (37), v. 6.1.20

[2] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Polizei: Erschossener stand unter Islamismus-Verdacht, v. 7.1.20

[3] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Polizei ruft nach Elektroschockern, v. 11.1.20

[4] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Bei 6827 Straftaten nutzten Täter Messer, v. 15.1.20

[5] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Terrorverdacht bei der NRW-Polizei, v. 15.2.20

[6] Berliner Morgenpost, Coronavirus Monitor, https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/, zuletzt eingesehen am 15.3.20; Westdeutsche Zeitung, Corona-Virus bei Polizistinnen bestätigt – Krisenstab tagt, v. 2.3.20, https://www.wz.de/nrw/kreis-viersen/zwei-polizistinnen-aus-viersen-an-covid-19-erkrankt_aid-49307183, zuletzt eingesehen am 15.3.20; RTL.de, Polizist in Wesel mit Corona-Virus infiziert, https://www.rtl.de/cms/polizist-in-wesel-mit-coronavirus-infiziert-4502654.html, zuletzt eingesehen am 15.3.20; Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung, Präsenzstudium an der HSPV wird bis zum 19.4. ausgesetzt, https://www.hspv.nrw.de/, zuletzt eingesehen am 15.3.20