Polizeigeschichte NRW 80er Jahre


Quelle: Sammlung Ludwig Kohm. Die Einsatzhunderschaft der Polizei Essen nimmt im Rahmen des Weltwirtschaftsgipfels 1985 in Bonn Aufstellung


80er Jahre                                                                                        (Stand 12.8.17)

 

Die einschneidendste Veränderung, die die nordrhein-westfälische Polizei erlebt hat, dürfte aus heutiger Sicht eine Selbstverständlichkeit sein, wurde in den 80er Jahren aber innerhalb wie außerhalb der Polizei als Revolution empfunden: Die Männerbastion „Polizei“ wird 1982 von den Frauen gestürmt. Schon der Weg hin zu diesem Ereignis ist innerhalb der Polizei von heftigen Diskussionen begleitet. Vielen Polizeibeamten, insbesondere denen, die ihre polizeiliche Sozialisation während des Dritten Reiches oder kurz danach erfahren haben, scheint es undenkbar, dass Frauen vollwertig den Polizeiberuf ausüben könnten. Entsprechend groß sind vielerorts die Abwehrreflexe gegen die „Kollegen im Rock“. Es soll noch bis zum Ende des Jahrzehnts dauern, bis Frauen in Uniform in nennenswerter Zahl im Straßenbild erscheinen und beweisen können, dass Frauen keine Polizisten minderer Wahl sind. Die Sozialstruktur der Polizei wird aber nicht nur durch den weiblichen Zuwachs, sondern auch durch den Umstand verändert, dass Mitte der 80er Jahre bereits zwei Drittel aller Polizeibeamten das Fachabitur oder das Abitur besitzen. Ein polizeilicher Einsatz überragt alles, was es in diesem Jahrzehnt in NRW gibt: Die Gladbecker Geiselnahme. Über mehrere Tage hinweg schaffen es zwei Schwerstkriminelle, durch Geiselnahmen, eine Busentführung und die Tötung von zwei Geiseln der Polizei in der Öffentlichkeit ein Bild der Hilflosigkeit zu verleihen wie es nie zuvor denkbar war. Die Polizei zieht aus dem Desaster dieses Einsatzes, bei dem auch hemmungslose Pressevertreter als Begleiter der beiden Schwerverbrecher ein übles Bild abgeben, weit reichende Konsequenzen. Es werden umfangreiche Einsatzpläne – so genannte „Besondere Aufbauorganisationen“ - entwickelt, die den eingesetzten Polizeibeamten in Zukunft in vergleichbaren Fällen eindeutige Handlungsorientierungen bieten sollen. Ein weiterer Einsatz der medial stark begleitet wird und die NRW-Polizei vor große Herausforderungen stellt, ist der Besuch des Papstes in mehreren Ruhrgebietsstädten. Auch die Hausbesetzerszene, die aus Berlin auch in NRW-Großstädte wie Köln herüber geschwappt ist, bindet polizeiliche Arbeitskraft und ist Ausdruck gesellschaftlichen Protestes.

 (Zitiervorschlag: Kawelovski, Frank, Homepage Polizeigeschichte Infopool, 80er Jahre, in: Internet http:// polizeigeschichte.jimdo.com/, zuletzt eingesehen am (Tagesdatum). Einzelthemen können Sie gezielt unter dem obigen Link „Stichwortverzeichnis Polizeigeschichte NRW“ finden.

 

 

 

 

1980

 

 

 

Rockerproblem. In einer kleinen Anfrage des Landtags wird das Innenministerium zur Stellungnahme aufgefordert, wie die Lage rund um die Rockergruppen in NRW beurteilt wird. Anlass der Anfrage sind Ausschreitungen von Rockern in der Öffentlichkeit. Das Innenministerium erklärt hierzu, dass Rocker weder in ihrer Zahl noch durch ihre Aktivitäten ein besonderes Problem in NRW darstellen. Es handele sich meist um Zusammenschlüsse von 20 – 30 Personen im Alter von 14 – 30 Jahren. Die Polizei musste von 1976 bis 1980 in 52 Fällen gegen Rockergruppen einschreiten. Allerdings seien die Lagen beherrschbar gewesen, so dass man keinen Anlass für spezielle Programme gegen Rocker sehe. Im Wesentlichen kümmerten sich die Jugendämter um die Betroffenen.[1]

 

Durch die Aufstellung von PHW-Hundertschaften erfolgt die völlige Trennung von Ausbildung und Einsatz.[2]

 

Hochgeschwindigkeitstraining für Spezialeinsatzkommandos. Per Erlass wird festgelegt, dass die Höhere Landespolizeischule ab sofort etwa 400 SEK- und MEK-Beamte im Fahren bei hohen Geschwindigkeiten schulen soll. Auf dem Flughafen Köln-Bonn und auf dem Nürburgring üben die Beamten nun, mit extremen Kurvenfahrten, ausbrechenden Fahrzeugen und mit Notbremsungen umzugehen. Der ursprüngliche Plan, die Übungen mit 30 abgeschriebenen Altfahrzeugen zu absolvieren, wird verworfen. Die Beamten müssen nun mit den eigenen Fahrzeugen ihrer Dienststellen anreisen.[3]

 

12. März: Das neue Polizeigesetz wird verabschiedet. Es enthält neben den Eingriffsbefugnissen bei Gefahrenlagen nun auch die Regelungen zur Anwendung unmittelbaren Zwangs. Ungeregelt bleibt trotz vorheriger heftiger parlamentarischer Diskussion die Frage, unter welchen Voraussetzungen gegen Gefährder ein finaler (tödlicher) Rettungsschuss abgegeben werden darf. Maschinenpistolen und Handgranaten gehören zukünftig nicht mehr zu den Waffen der Polizei.[4]

 

1. April: Mofa-Fahrer, die vor 1965 geboren sind, müssen ab sofort bei Polizeikontrollen eine Prüfbescheinigung über eine theoretische Prüfung vorweisen. Bisher durfte jeder, der das 15. Lebensjahr vollendet hatte, automatisch ein Mofa fahren.[5]

 

3. April: Tödlicher Schuss auf Autofahrer. Bei einer Verkehrskontrolle in Neuss wird gegen 13.00 h ein mit drei Personen besetzter VW Bus an einer Kontrollstelle der Polizei angehalten. Ein 33-jähriger Polizeibeamter gibt beim Heranrollen des Fahrzeugs auf den Fahrer einen Schuss aus seiner Maschinenpistole ab. Der 43-jährige Fahrzeugführer, Chef einer Essener Akustikfirma, wird tödlich hinter seinem Lenkrad ins Gesicht getroffen. Das Geschoss hat seine Wirbelsäule durchschlagen. Bei den nachfolgenden Ermittlungen lässt sich nicht klären, ob der Beamte den Schuss absichtlich oder unabsichtlich abgegeben hat.[6]

 

15. April: Tod im Dienst. Als vier Beamte der Kriminalpolizei Bergisch Gladbach die Wohnung eines Verdächtigen aufsuchen, um dort einen Durchsuchungsbeschluss zu vollstrecken, treffen sie dort auf den Wohnungsinhaber, der sofort die Flucht ergreift. Auf der Flucht schießt er aus etwa zehn Metern Entfernung auf die Beamten, die sich sofort zu Boden werfen. Dabei wird der Kriminalhauptmeister Günter Müller zweimal getroffen. Der Vater von zwei Söhnen verstirbt wenig später an seinen Verletzungen. Der Täter bringt sich zwei Wochen später selbst mit seiner Schusswaffe um.[7]

 

In Nordrhein-Westfalen gibt es 281 Fälle von polizeilichem Schusswaffengebrauch. Dabei kommen 3 Menschen ums Leben, 15 werden insgesamt verletzt.[8]

 

4. Juni: Dr. Herbert Schnoor löst Innenminister Burkhard Hirsch (FDP) ab. Herbert Schnoor wird am 1.6.27 im ostfriesischen Aurich geboren. Er ist wie etliche seiner Vorgänger Jurist. Zwischen 1964 und 1975 ist er Mitarbeiter verschiedener Landesministerien. 1980 wird er zum Landesinnenminister ernannt. Er bekleidet dieses Amt 15 Jahre lang und ist von 1988 bis 1995 zusätzlich stellvertretender Ministerpräsident. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt arbeitet Schnoor als Rechtsanwalt weiter.[9]

 

5. Juni: In Herford kommt es zu einem tödlichen Schusswaffengebrauch. Nachdem ein 50-jähriger Einbrecher zwei Schüsse auf die herbeigerufenen Polizeibeamten abgibt, erwidern diese das Feuer und treffen den Mann, der dabei stirbt. Die Waffe des Einbrechers entpuppt sich nachträglich als Schreckschusspistole.[10]

 

1. Juli: Umweltschutz als polizeiliche Aufgabe. Durch das 18. Strafrechtsänderungsgesetz und die neu geschaffenen §§ 324 ff. StGB ist die Polizei nun auch für die Verfolgung von Umweltverschmutzungen verantwortlich. Den neuen, komplizierten Vorschriften mangelt es allerdings an tatbestandlicher Eindeutigkeit, da sie zu sehr mit verwaltungsrechtlichen Vorschriften verknüpft sind.[11]

 

Die Kölner Polizei lässt aufgrund eines hohen Aufkommens unterschiedlicher Straftaten uniformierte Beamte in den Straßenbahnen der Stadt Streife fahren. Papiere und Gepäck von Fahrgästen werden kontrolliert, um Sittentäter, Räuber, Schläger und Diebe zu überführen.[12]

 

Für den Objektschutzdienst werden gepanzerte Streifenwagen erprobt. Es handelt sich um Mercedes-Geländewagen des Typs DB 280 GE. Der Aufbau besteht aus Panzerstahl und Sicherheitspanzerglas. Motor, Antrieb und Kraftstofftank sind besonders geschützt. Mit den 156-PS-Motoren wird eine Spitzengeschwindigkeit von 155 km/h erzielt. Die Fahrzeuge sind deutlich wendiger als ein ausländisches Modell, von dem aufgrund mangelnder Praxistauglichkeit nur ein Exemplar angeschafft worden war. Von dem Mercedes-Panzerwagen sollen zunächst fünf Stück angeschafft werden, die in Köln, Bonn und Düsseldorf Streife fahren sollen.[13]

 

19. Juni: Bei der Wasserschutzpolizei wird ein neues Streifenboot „WSP 11“ in Dienst gestellt. Das neue Boot, das seinen 1952 gebauten Vorgänger ersetzt, verfügt über Radar, Echolot, Schiff-zu-Schiff-Funk und Polizeifunk und ist explosionsgeschützt. Es kann daher auch in Gebiete einlaufen, in dem es ein explosives Gas-Luft-Gemisch gibt. Zwei Dieselmotoren von je 240 PS ermöglichen eine Fahrgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Das Boot wird nach seiner Inbetriebnahme bei der WSP-Station Wesel eingesetzt.[14]

 

1. Oktober: Die „Landespolizeischule für Technik und Verkehr“ in Essen wird in ihrer bisherigen Funktion aufgegeben. Es werden nun keine technischen Ausbildungen im Kraftfahr-, Fernmelde- oder Waffenwesen mehr angeboten. Da die Essener Einrichtung nur noch der Ausbildung junger Polizeibeamter dient, wird sie in „Bereitschaftspolizei Nordrhein-Westfalen Abteilung Essen“ umbenannt.[15]

 

1. Oktober: Alternativkraftstoff in Streifenwagen. Zehn Streifenwagen – fünf in Essen und fünf in Köln – werden nun mit einem Methanol-Benzin-Gemisch gefahren. Die neue Technologie wird im Rahmen eines Forschungsprogramms der Technischen Universität Berlin und des VW-Werks Wolfsburg zur Erkundung von Alternativkraftstoffen eingesetzt.[16]

 

3. Oktober: Tödliche Schussabgabe. In Aachen wird der 19-jährige Detlef Moysiszik tödlich von Polizeiprojektilen getroffen. Er wurde bei der Polizei bei einem Raubüberfall auf einen Juwelierladen angetroffen. Die Beamten wurden angeblich vor der Tat von einem Komplizen über das Bevorstehen der Tat informiert und sollten auch über den Umstand informiert gewesen sein, dass Moysiszik nur eine Gaspistole mit sich führt. Der Beamte, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, wird später vor Gericht freigesprochen.[17]

 

Baumaßnahmen der Polizei: Mit einem Aufwand von 88 Millionen Mark werden 1980 Baumaßnahmen der Polizei finanziert. Einen erheblichen finanziellen Aufwand bringen u. a. die Fertigstellung von Polizeiunterkünften in Selm/Bork, der Neubau des Polizeipräsidiums Aachen, die Modernisierung der Bereitschaftspolizei-Abteilung IV in Linnich, der Neubau des Bielefelder Präsidiums und die Renovierung bzw. der Umbau des Düsseldorfer Präsidiums mit sich.[18]

 

Türkisch für Polizeibeamte. Polizeibeamte in Bezirken mit einem hohen Anteil türkischer Bevölkerung erhalten die Möglichkeit, sich in einwöchigen Seminaren mit der Kultur, der Religion und der Mentalität der Türken vertraut zu machen. Ziel ist eine Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Bürgern und Polizisten und ein besseres Verständnis für die ausländischen Mitbürger. Nach kurzer Zeit haben bereits 300 Beamte an den Seminaren teilgenommen. In einem zweiten Schritt werden Beamte, die hieran Interesse haben, vier Wochen lang in Kleingruppen in der türkischen Sprache unterrichtet. Hierfür finden sich immerhin noch 100 Beamte. In der Folgezeit wird zum „Warmhalten“ der Sprachkenntnisse von Innenministerium auch ein Fernkurs „Türkisch“ angeboten.[19]

 

Mit der Einweihung der neuen Einsatzleitstelle beim PP Düsseldorf stellt Innenminister Dr. Schnoor zugleich das neue Einsatzleitsystem CEBI (Computerunterstützte Einsatzleitung, Bearbeitung, Information) vor. Mit CEBI existiert nun eine Datenbank, mit der Einsätze bearbeitet und mit digitalen Informationen wie Objektdaten für Banken, Schulen, Konsulate etc. unterstützt werden können. Die Zeiten, in denen Einsätze mit Notizzetteln, Formularen und Akten abgearbeitet wurden, gehören nun der Vergangenheit an.[20]

 

Polizeisportler des Jahres wird Polizeimeister Günter Neubert von der Polizeidirektion Neuss. Neubert hatte bei den deutschen Polizeimeisterschaften im Schwimmen 1980 fünfmal den ersten Platz erzielt: 100 m Rücken, 200 m Lagen, 1.500 m Freistil, 4 x 100 m Lagen und 10 x 50 m Freistil.[21]

 

 

 

1981

 

 

 

Sparmaßnahmen der Polizei: Aufgrund der angespannten Haushaltslage des Landes müssen auch bei der Polizei Sparmaßnahmen durchgeführt werden. So werden bis April pro Schicht und Streifenwagen nur 40 Kilometer zurückgelegt. Dis ist besonders in großflächigen Behörden auf dem Land ein Problem. 51 von 650 Fortbildungsmaßnahmen fallen in dieser Zeit aus. Vier Behörden, Essen, Neuss, Gummersbach und Heinsberg, schränken zudem aufgrund langer Anfahrten der Beamten die Schießausbildung ein.[22]

 

1. Januar: Erich Sieg wird zum neuen Inspekteur der nordrhein-westfälischen Schutzpolizei ernannt. Er löst den bisherigen Amtsinhaber Stefan Stillers ab,[23] der in den Ruhestand geht. Stillers verstirbt vier Jahre später, am 19. März 1984 und wird in seiner Heimatstadt Wanne-Eickel beerdigt.[24]

 

23. Januar: Schusswaffengebrauch mit tödlichem Ausgang. In Düsseldorf treffen zwei Fahnder auf den 32-jährigen Wilfried Köhler, den sie suchen, nachdem er aus einem Hafturlaub nicht zurückgekehrt ist. Köhler, der seiner Ehefrau beim Erscheinen der Beamten gerade beim Auszug aus ihrer Wohnung hilft, droht, sich im Falle der Festnahme mit einem Messer das Leben zu nehmen. Als die Beamten Reizgas gegen ihn einsetzen läuft Köhler weg. Dabei fallen die tödlichen Schüsse. Der Beamte, der die Schüsse abgegeben hat, wird nachfolgend vor Gericht vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen.[25]

 

Der Polizeiführerschein wird abgeschafft. Die Sondervorschrift in der StVZO, die vorsieht, dass Polizeibehörden und –einrichtungen eigene Führerscheine für Polizeibeamte ausstellen dürfen, wird aufgehoben. Die Inhaber von Polizeiführerscheinen erhalte ohne erneute Prüfung von den kommunalen Behörden eine allgemeine Fahrerlaubnis.[26]

 

28. Januar: Brokdorf-Demo mit 100.000 Teilnehmern[27]

 

Vergünstigung für Wechseldienst. Beamten des Wechselschichtdienstes wird ab 1981 eine Ermäßigung der Arbeitszeit um bis zu vier Freischichten pro Jahr eingeräumt.[28]

 

18. März: Tod durch Schuss aus Maschinenpistole. In Bielefeld wird der 30-jährige Hamburger Drucker Uwe Schecke von Beamten eines Sondereinsatzkommandos für einen Uhrendealer gehalten. Beim Versuch Schecke festzunehmen, wird dieser aus einer Maschinenpistole der Polizei durch einen Schuss tödlich getroffen. Der verantwortliche Beamte erklärt, dass er im Rahmen der Festnahme ausgerutscht sei und sich der Schuss unbeabsichtigt gelöst habe. Die Staatsanwaltschaft stuft den Vorfall als „tragischen Unglücksfall“ ein, so dass es kein Gerichtsverfahren gegen den Polizeibeamten gibt.[29]

 

April: Psychologie als Unterrichtsfach in der Ausbildung. In der Ausbildung für den mittleren Dienst soll zukünftig das Fach Psychologie gelehrt werden, um dem Polizeianwärtern insbesondere für Einschreitsituationen Rüstzeug zu geben. Eine Einstellung von studierten Psychologen zur Vermittlung des Stoffes ist nicht vorgesehen. Die Direktion der Bereitschaftspolizei führt vielmehr in einem Einweisungsseminar eine vierwöchige Beschulung von Beamten des gehobenen Dienstes zu Psychologielehrern durch. Das erste Seminar wird im April abgeschlossen.[30]

 

5. September: Zwei Polizeibeamte erschossen. Polizeiobermeister Manfred Waßer und Polizeihauptwachtmeister Michael Branzke, Polizei Iserlohn, werden von dem 27-jährigen Studenten Michael Hanke durch die geschlossene Tür erschossen. Der Täter hatte vor der Tür seinen Vater vermutet. Michael Branzke war gerade erst nach Ende seiner Ausbildung in den Streifendienst versetzt worden.[31]

 

10. September: Hubschrauberabsturz. Bei der Landung in der Nähe von Lichtenau-Henglarn gerät ein Hubschrauber der Fliegerstaffel „Rheinland“ mit einem Rotorblatt an einen Baum. Der Co-Pilot und drei SEK-Beamte, die mit dem Helikopter transportiert worden waren, konnten sich teils schwer verletzt aus dem Fahrzeug retten. Der Pilot, Polizeihauptkommissar Rolf Kegel, kommt in dem Hubschrauber, der innerhalb Sekunden Feuer fängt, ums Leben.[32]

 

Bewerber und Schulbildung. In NRW bewerben sich pro Jahr ca. 14.000 bis 16.000 Jugendliche zur Schutzpolizei. Zwischen 2.000 und 2.100 werden davon angenommen. 80 % der Auszubildenden haben 1981 die mittlere Reife, 10 % das Abitur und 10 % den Hauptschulabschluss.[33]

 

12. September: Tod nach Schusswaffengebrauch. In Troisdorf stirbt ein 53-jähriger Schrebergärtner, nach ein Polizeibeamter in der Kleingartenanlage „nach dem Rechten sehen“ wollte. Der Kleingärtner erliegt mit fünf Schusswunden im Krankenhaus seinen Verletzungen. Nach Angaben des Schützen hatte der Getötete ihn vom Grundstück verwiesen. Dabei sei es durch den Gärtner zu einer Bedrohungssituation gekommen, die sich nur durch den Schusswaffengebrauch auflösen ließ. Das Verfahren gegen den Beamten wird eingestellt, da es für den Vorfall außer ihm keine weiteren Zeugen gibt.[34]

 

31. August: Landeskriminaldirektor Werner Haas, der ranghöchste Kriminalbeamte in NRW wird von Innenminister Dr. Schnoor in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge tritt der Leitende Kriminaldirektor Hermann Hestermann (57 Jahre) an.[35]

 

10. Oktober: Bonn 300.000 Demonstranten fordern in Bonn die Rücknahme des NATO-Doppelbeschlusses[36]

 

Die letzten der viersitzigen Polizeihubschrauber vom Typ Aluette II, die seit 1964 angeschafft worden waren, werden ausgemustert. Die Maschinen hatten 530 PS (390 kW), verbrauchten 120 Liter Treibstoff pro Stunde und schafften bei einer Reisegeschwindigkeit von 155 km/h maximal 4:15 Stunden Flugzeit[37]

 

Die bisherige Polizeipistole Walther PPK Kal. 7,65 wird durch ein Modell der Fa. SIG-Sauer mit 9mm-Munition ersetzt. Die bisherige Waffe hatte sich wegen ihrer geringen Geschossenergie für den polizeilichen Einsatz als untauglich erwiesen.[38]

 

26. Oktober: Schusswaffeneinsatz mit Todesfolge. In Erkelenz kommt es durch Polizeibeamte zu einer Schussabgabe auf den 43-jährigen René Douglas. Douglas hatte sich der Polizei entziehen wollen, nachdem er durch Beamte im Rahmen einer Fahndung aufgefunden worden war. Er stirbt im Krankenhaus an seinen Schussverletzungen.[39]

 

In Essen wird die mittlerweile dritte Jugendverkehrsschule eingerichtet. Bis 1980 sind durch die Essener Polizei bislang 261.000 Kinder auf die Radfahrprüfung vorbereitet worden.[40]

 

Die letzten Maschinengewehre und Handgranaten der Polizei werden abgeschafft.[41]

 

18. Dezember: Die 8jährige Schülerin Nina von Gallwitz wird in Köln entführt. Auf Wunsch der Eltern verzichtet die Polizei zunächst auf eine öffentliche Fahndung, um die Verhandlungen der Eltern mit den Entführern, die ein hohes Lösegeld fordern, nicht zu gefährden. Nach einer Zahlung eines Lösegeldes von 1,5 Millionen Mark wird das Kind, an dessen Überleben zu diesem Zeitpunkt kaum noch jemand geglaubt hatte, am 15. Mai 1982 auf den Autobahnrastplatz Ohligserheide in Solingen an der Autobahn 3 von den Entführern freigelassen.[42]

 

Nordrhein-Westfalen verfügt 1981 über 208 polizeieigene Sportstätten (nicht enthalten sind angemietete Räumlichkeiten): 15 Sporthallen, 12 Judohallen, 83 Fitnessräume, 4 Schwimmhallen, 10 Sportplätze, 11 Kleinspielfelder, 1 Schießhalle mit 200 m-Bahnen, 3 Schießhallen mit 100 m-Bahnen, 55 Raumschießanlagen, 1 offene Schießanlage, 8 Reithallen und 5 Reitplätze.[43]

 

 

 

1982

 

 

 

8. Januar: Der 25 Jahre alte Polizeimeister Heinrich Hasenkamp wird in Coesfeld von einem Räuber erschossen.[44]

 

Erstmals beginnen 74 Frauen als Polizeihauptwachtmeister-Anwärterinnen (PHW-Ain) ihre Ausbildung im Bereich der Direktion der Bereitschaftspolizei NW.[45] Nordrhein-Westfalen ist damit längst nicht das erste Bundesland, das Frauen in die Vollzugspolizei einstellt. Zwischen 1978 und 1982 machten dies bereits Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Hessen möglich.[46]

 

Aufstellung von Verhandlungsgruppen in Düsseldorf und Köln[47]

 

12. Januar: Das neue Polizeiorganisationsgesetz regelt Änderungen in der Aufteilung der nordrhein-westfälischen Polizei. So werden zwei Kreispolizeibehörden, das Polizeiamt Iserlohn und die Polizeidirektion Neuss aufgelöst. Die Stadt Castrop-Rauxel fällt von der Dortmunder an die Recklinghauser Polizei. Die Überwachung des Straßenverkehrs auf den Bundes- und Landstraßen geht von den Regierungspräsidenten auf die örtlichen Kreispolizeibehörden über.[48]

 

9. April: der Duisburger Massenmörder und Kannibale Joachim Kroll (48 J.) wird vor dem Landgericht Duisburg wegen achtfachen Mordes und eines Mordversuchs zu lebenslänglicher Haft verurteilt.[49] Kroll hatte zwischen 1955 und 1976 insbesondere Frauen und Kinder in seine Gewalt gebracht, getötet, zerstückelt und zum Teil verzehrt. Als die Duisburger Polizei 1976 auf der Suche nach einem vermissten kleinen Mädchen in seiner Wohnung erscheint, finden die Beamten dort in einem Suppentopf die Füße und Hände des Kindes. Kroll gibt gegenüber der Polizei zwölf Morde in Lüdinghausen, Kirchhellen, Rheinhausen, Essen, Burscheid, Duisburg, Marl, Wuppertal, Hückeswagen und Voerde zu.[50] Einen Teil seines Geständnisses zieht er vor seiner Verurteilung wieder zurück.

 

Dr. Werner Ruckriegel wird neuer Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium. Der 54-jährige Jurist war schon zuvor im Innenministerium tätig und maßgeblich für den Entwurf des Datenschutzgesetzes verantwortlich.[51]

 

8. Juni: Polizeibeamte legen Gurt oft nicht an: Innenminister Schnoor weist in einem Schreiben an alle Polizeidienststellen darauf hin, dass nicht nur die Bürger, sondern auch alle Polizeibeamten in einem Kraftwagen während der Fahrt den Sicherheitsgurt anlegen müssen. Die Anschnallquote der Polizei lässt zu wünschen übrig, obwohl Polizeibeamte hier eine Vorbildfunktion haben sollten. Sie müssen sich in allen Fällen anschnallen, in denen nicht dringende Gründe dagegen sprechen. Solche Gründe sind in aller Regel aber nicht gegeben.[52]

 

21. August: Ein mit Maschinenpistole bewaffneter Täter, der in einer Bank in Wuppertal drei Geiseln nimmt, wird von einer der Geiseln, einem Polizeibeamten, erschossen. Bei dem Getöteten handelt es sich um einen 36jährigen Justizbeamten.[53]

 

12. November: Hausbesetzung. In Bochum wird das in einem besetzten Fabrikgebäude eingerichtete „Kulturzentrum BO-Fabrik“ von der Polizei geräumt.[54]

 

Dezember: Polizeiskandal in Dortmund. Elf von 14 Beamten eines Einsatztrupps zur Bekämpfung der Straßenkriminalität des Schutzbereichs West werden in Untersuchungshaft genommen. Sie werden verdächtigt, zahlreiche Straftaten im Dienst begangen zu haben: Diebstahl, Unterschlagung, Untreue, Strafvereitelung und Nötigung. Die Staatsanwaltschaft teilt später mit, dass gegen 17 weitere Beamte ebenfalls wegen Diebstahls ermittelt werde. Hatte es frische Einbrüche in Geschäfte gegeben, so sollen die beschuldigten Beamten weitere Wertsachen aus den betroffenen Ladenlokalen gestohlen haben. Schnaps, Farbfernseher, Kleidung, Zigaretten und vieles mehr sollen so die Besitzer gewechselt haben.[55]

 

3. Dezember: UFO-Einsatz. Nachdem in der ZDF-Kriminalkomödie „Kottan im Einsatz“ als dramaturgischer Gag der Schriftzug „Unbekanntes Flugobjekt in Duisburg gelandet“ eingeblendet wird, laufen die Drähte bei der Duisburger Polizei heiß. Zahlreiche verängstigte Anrufer, die die Einblendung für bare Münze genommen haben, wollen von den Beamten Auskünfte zu dem Vorfall haben.[56]

 

Dezember: Die Innenministerkonferenz beschließt, dass die Bereitschaftspolizeien der Länder ab 1983 mit einem neuen Gewehr (G8 / G8 A1) ausgestattet werden sollen. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der bisher eingesetzten Gewehre G1 und G3. Die neue Waffe wird polizeitypischen Einsatzsituationen eher gerecht. Es erlaubt sowohl Einzelfeuer wie auch Feuerstöße, wobei diese auf drei Schuss begrenzt werden können. Durch eine lange Visierlinie und durch die Möglichkeit, Zielfernrohre und Nachsichtgeräte zu montieren, wird die Zielgenauigkeit erhöht.[57]

 

 

 

1983

 

 

 

Einrichtung der Koordinierungsstelle (KOST) MEK beim LKA[58]

 

Das so genannten „Volkszählungsurteil“ bringt weitreichende Veränderungen in der Verarbeitung personenbezogener Daten auch für die Polizei mit sich. In dem Bundesverfassungsgerichtsurteil aus dem Dezember 1983 wird die „Informationelle Selbstbestimmung“ der Menschen als Wert von Grundrechtsrang angesehen. Sowohl in die Strafprozessordnung wie auch in die Polizeigesetze flossen nachfolgend zahlreiche Regelungen zur Begrenzung der Verarbeitung personenbezogener Daten durch die Polizei ein und veränderte die Polizeiarbeit grundlegend.[59]

 

Verdeckte Ermittlungen: Innenminister Schnoor stellt klar, dass er auch für verdeckte Ermittlungen er keine kriminellen Aktivitäten von Polizeibeamten dulden wird. „Wenn Straftaten nur mit geheimdienstlichen Methoden oder gar durch Teilnahme an Straftaten aufgeklärt werden können, dann scheidet unsere Polizei für diese Arbeit aus. Kein Vorgesetzter in NRW hat das Recht einem Polizisten einen Auftrag zu erteilen, der den Beamten in kriminelle Handlungen verstrickt.[60]

 

22. Oktober: Im Rahmen der Aktionswoche der Friedensbewegung gegen die atomare Aufrüstung in Ost und West und gegen die Aufstellung von amerikanischen Mittelstreckenraketen gehen in Bonn 500.000 Menschen auf die Straße. Es wird eine zwölf Kilometer lange Menschenkette um die Bannmeile des Regierungsviertels gebildet. Die Proteste verlaufen friedlich. Die Polizei geht von einer deutlich geringeren Teilnehmerzahl (190.000) als die Veranstalter aus.[61]

 

Eine Untersuchung, die die Polizei auf Weisung von Innenminister Schnoor durchführt, ergibt, dass sich trotz der bestehenden Anschnallpflicht nur noch 49 % der Fahrzeugführer und 50 % der Beifahrer in Kraftfahrzeugen angurten. Das Bundesinnenministerium plant nun, Verstöße gegen die Anschnallpflicht mit einem Bußgeld zu belegen.[62]

 

21. November: In Bonn demonstrieren rund 3000 Menschen gegen den NATO-Nachrüstungsbeschluss und die geplante Stationierung  amerikanischer Pershing- und Cruise Missile-Raketen in Deutschland. Die Polizei nimmt 164 Menschen fest, nachdem mehrere hundert Demonstranten versucht haben, den Absperrring um das Bundeshaus zu durchbrechen, und setzt bei der Demonstration Wasserwerfer ein.[63]

 

1983 kommt es in Nordrhein-Westfalen genauso wie in anderen Bundesländern zu zahlreichen Demonstrationen der Friedensbewegung, zum Teil mit mehreren hunderttausend Teilnehmern. Dabei werden zahlreiche Hundertschaften der Polizei eingesetzt. In Essen bilden etwa 5000 Schüler am 20. Oktober in der Innenstadt eine lange Menschenkette, um gegen die geplanten Raketenstationierungen zu demonstrieren.[64] Innenminister Schnoor hatte schon im September verfügt, dass mit Blick auf die zu erwartenden Großdemonstrationen mindestens 2000 Polizeibeamte beschult werden, damit sie die Argumente der Friedensbewegung kennen und nicht völlig unvorbereitet auf gut informierte Demonstranten treffen.[65]

 

Ministerpräsident Johannes Rau zeichnet Polizeihauptkommissar Gerhard Schmid und Polizeihauptmeister Werner Elsner, Piloten der Hubschrauberstaffel „Rheinland“ in Düsseldorf mit der Rettungsmedaille des Landes NRW aus. Die beiden Beamten hatten 1981 auf dem Rhein in Düsseldorf fünf Menschen von einem brennenden belgischen Frachtschiff gerettet. Während Elsner den Hubschrauber über den brennenden Bereich des Schiffes steuerte, zog Schmidt, auf den Kufen der Maschine stehend, zwei Kinder, zwei Frauen und einen Mann in die Kabine. Das Schiff explodierte kurz nach der Rettungsaktion.[66]

 

Schulabschlüsse der neu Eingestellten: Von den 579 bei der Polizei eingestellten Männern und Frauen verfügen 8 % über einen Hauptschulabschluss, 45 % über die mittlere Reife und 47 % über das Abitur bzw. das Fachabitur. Der Anteil der Polizeianwärter mit Abitur bzw. Fachabitur  ist damit fast siebenmal so hoch wie 1970. Bei den eingestellten Frauen verfügen sogar 83 % über die höchsten Schulabschlüsse.[67]

 

1. Dezember: Alfred Dietel wird neuer Inspekteur der Polizei. Er hatte zuvor im Innenministerium das Referat „Einsatz der Schutzpolizei“ geleitet.[68] Dietel tritt die Nachfolge von Erich Sieg an, der das Amt seit 1981 bekleidet hatte.

 

31. Dezember: Wechsel in der Leitung der Bereitschaftspolizei. Mit Ablauf des Jahres 1983 geht der bisherige Direktor der Bereitschaftspolizei, Dr. Hans Bröcker, in den Ruhestand. Über 20.000 Polizeianwärter sind unter seiner Leitung ausgebildet worden. Sein Nachfolger wird der Leitende Polizeidirektor Dr. Kurt Gintzel. Der 1927 in Schlesien geborene Gintzel trat 1947 in die Polizei ein, studierte Rechtswissenschaften und promovierte 1965 zum Dr. jur. Zuletzt arbeitete er als Dezernent „Schutzpolizei“ beim Regierungspräsidenten in Münster.[69]

 

Die Landesregierung schafft die laufbahnmäßigen Voraussetzungen für den Aufstieg lebensälterer Polizeibeamten des mittleren Dienstes in den gehobenen Dienst. Die Höhere Landespolizeischule wird mit der Konzipierung eines viermonatigen Aufstiegslehrgangs beauftragt. Der erste dieser Lehrgänge wird 1985 durchgeführt werden. Die Lehrgänge werden nicht unumstritten sein, da der Aufstieg in den gehobenen Dienst normalerweise ein dreijähriges Fachhochschulstudium voraussetzt.[70]

 

 

 

1984

 

 

 

2. Januar: Stadt kündigt Polizei Zusammenarbeit auf: Die Polizei erhält ab sofort nach 16.00 h von der Stadt Dortmund keine Fahrzeughalterauskünfte mehr. Dringend notwendige Ermittlungen nach Büroschluss sind damit nicht mehr möglich. Hintergrund ist ein Streit zwischen Stadtverwaltung und Polizei. Die Stadt Dortmund verlangt von der Polizei 200.000 DM Kostenersatz für Halteranfragen außerhalb der Bürodienstzeit. Die Polizei hat diese Zahlung verweigert.[71]

 

6. Juni: Die NRW-Polizei setzt erstmals Streifenwagen mit Abgaskatalysator ein. Die ersten 30 Fahrzeuge des Typs VW Passat mit 1,8 Liter-Motor und 92 PS werden in gleicher Zahl bei den PP Dortmund, Düsseldorf und Essen eingesetzt. Durch die Katalysatoren soll der Abgasausstoß um bis zu 90 % gesenkt werden.

 

29. Juni: Wechsel in den höchsten Kripo-Ämtern. Innenminister Dr. Schnoor verabschiedet sowohl den ranghöchsten Kriminalbeamten NRWs, Landeskriminaldirektor Hermann Hestermann wie auch den Leiter des Landeskriminalamtes, Werner Hamacher, in den Ruhestand.  Nachfolger des scheidenden Landeskriminaldirektors wird der Leitende Kriminaldirektor Günter Seidel. Die Nachfolge in der Leitung des Landeskriminalamtes tritt der Leitende Kriminaldirektor Helmut Brandt an. Der 1935 geborene[72] Brandt war 1953 in die Schutzpolizei eingetreten und früh in die Kriminalpolizei übernommen worden. Vor seiner Ernennung zum Leiter des LKA war er dort schon ständiger Vertreter des LKA-Direktors gewesen.[73]

 

1. Juli: Tödlicher Schuss aus Polizeipistole. In Köln flüchtet der 39-jährige Klaus-Peter W. mit seinem Fahrzeug vor einer Verkehrskontrolle der Polizei. Als er schließlich angehalten werden kann, löst sich beim Öffnen der Fahrzeugtür aus der Pistole eines Beamten ein Schuss. Der 39-jährige verstirbt an den Verletzungen. Der Polizeibeamte wird später zu einer Geldstrafe verurteilt.[74]

 

Die Innenministerkonferenz beauftragt die Firma Messerschmidt Bölkow Blohm mit der Entwicklung eines Wirkkörperwerfers. Der Auftrag wird unter dem Eindruck äußerst gewalttätiger Demonstrationen in Wackersdorf und Brokdorf vergeben und soll von der Polizei-Führungsakademie technisch betreut werden. Die Anforderungen an das geplante Einsatzmittel sind u. a.: Keine optische Ähnlichkeit mit einer Schusswaffe, Verwendbarkeit verschiedener Wirkkörper (Gummiwuchtkörper, Gummischrot und Reizstoffwirkkörper), Reichweite über Steinwurfweite, also über 60 m, Wirkung gezielt gegen Rechtsbrecher ohne Gefährdung Unbeteiligter und sofortige Handlungsunfähigkeit des Rechtsbrechers.[75]

 

August: Die 5.000 Maschinenpistolen der NRW-Polizei werden derzeit mit einer Doppelsicherung ausgestattet, so dass während des Schießens keine Umschaltung auf Dauerfeuer mehr möglich ist. Hintergrund ist ein Fall, bei dem im Vorjahr ein Polizeibeamter bei einer Geiselnahme zwei Geiseln in einem Fluchtfahrzeug getötet hatte, weil sich seine Maschinenpistole auf Dauerfeuer umgestellt hatte.[76]

 

1. August: Gurtanlegepflicht wird bußgeldbewehrt. Anschnallquote erhöht sich von 60 auf über 90 %. Die bußgeldfreie Verpflichtung zum Gurtanlegen war bereits am 1.1.76 zumindest für die Fahrzeuginsassen auf Vordersitzen eingeführt worden. Der Bußgeldbewehrung war eine umfangreiche Werbeaktion unter dem Namen „Klick – erst gurten, dann starten“ vorausgegangen.[77]

 

Das Fachhochschulgesetz wird geändert. Fast alle Polizeibeamten des gehobenen und höheren Dienstes dürfen künftig den akademischen Grad eines „Diplom-Verwaltungswirtes“ führen.[78]

 

29. August: Geiselnahme/Amokfahrt mit Toten: Bei einer Geiselnahme in einer Sparkassen-Filiale in Düsseldorf-Mörsenbroich können 20 mit Maschinenpistolen und Blendgranaten ausgerüstete Polizeibeamte die Bank stürmen und nach 36 Stunden die Geisel, den 61-jährigen Filialleiter, befreien. Der beinamputierte Mann muss wegen der Gefahr eines Herzinfarktes in ein Krankenhaus verbracht werden. Die beiden 28 und 31 Jahre alten Bankräuber wohnten in dem Haus, in dem auch die Filiale untergebracht ist. Sie hatten 500.000 DM Lösegeld und einen Fluchtwagen gefordert. Unmittelbar nach der Festnahme tötete die Ehefrau eines der Täter durch eine Amokfahrt einen 14-jährigen Jungen, als sie in eine Gruppe von Schaulustigen am Tatort raste. Fünf weitere Personen wurden verletzt.[79]

 

30. August: Knöllchen-Stopp: Der GdP-Bundesvorsitzende Schröder kündigt an, dass man als Druckmittel gegen die öffentlichen Arbeitgeber bei den anstehenden Tarifverhandlungen einen „Knöllchen-Stopp“ durchführen will. Von den Beamten sollen bis zu einem akzeptablen Tarifabschluss keine Verwarnungsgelder gegen Bürger verhängt werden.[80]

 

Die Landespolizeischule für Technik und Verkehr in Essen wird mit der Bereitschaftspolizei-Abteilung II Bochum zusammengelegt und in „Bereitschaftspolizei NRW – Abteilung Bochum/Essen“ umbenannt.[81]

 

31. Oktober: Leitender Polizeidirektor Karl-Heinz Paterak geht mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand und scheidet als Leiter der Höheren Landespolizeischule „Carl Severing“ aus. Seine Nachfolge tritt Polizeidirektor Horst Olszewski an. Der 52-jährige Beamte ist seit 1955 im Polizeidienst und hat seit 1974 den Werbe- und Auswahldienst der Polizei geleitet.[82]

 

1. November: Der Werbe- und Auswahldienst der Polizei Nordrhein-Westfalen wird in die Höhere Landespolizeischule „Carl Severing“ eingegliedert, behält aber weiter seine Bezeichnung.[83]

 

Dezember: Verwarngelder für Umweltverstöße: Innenminister Schnoor ermächtigt die nordrhein-westfälischen Polizeibeamten nun, bei kleineren Umweltverstößen – genauso wie schon bei Verkehrsverstößen – Verwarngelder zwischen 2 – 20 DM von den Sündern zu kassieren. Durch die Polizei bestraft werden soll etwa, wer draußen Flaschen, Becher oder Dosen wegwirft oder Autoaschenbecher im Freien entleert. Die Polizei soll mit dieser neuen Verfahrensweise entlastet werden, da sie bisher kein „Knöllchen vor Ort“ ausgeben konnte, sondern bei jedem Verstoß eine Bußgeldanzeige schreiben musste.[84]

 

12. Dezember: Der Petitionsausschuss des NRW-Landtages fordert die Einführung einer Null-Promille-Grenze. Es wird darauf verwiesen, dass die Zahl der Alkoholsünder im Straßenverkehr seit 1975 um 100 % gestiegen sei.[85]

 

Polizeireiterstaffeln bleiben erhalten. Die Pläne der Landesregierung, einen Teil der 12 Polizeireiterstaffeln in NRW aufzulösen, werden aufgegeben. Alle Staffeln und auch ihre Sollstärken sollen erhalten bleiben, allerdings werden ab 1.1.84 insgesamt 34 Pferde abgeschafft, so dass den Staffeln noch 208 Tiere belassen werden. Die Reiterstaffeln sind in den Polizeipräsidien Aachen, Bochum, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Mönchengladbach, Recklinghausen und Wuppertal angesiedelt. Köln verfügt zudem – auch weiterhin – über eine Schul- und eine Remontenabteilung.[86]

 

Der Staatliche Kampfmittelräumdienst des Landes, der bei seinen Einsätzen regelmäßig zu Absperr- und Verkehrsregelungsmaßnahmen von der Polizei unterstützt werden muss, hat 1984 ca. 5.500 Einsätze zu erledigen. Bei diesen Einsätzen wurde alleine 2.500 Bomben und rund 100.000 Granaten, Minen, Handgranaten und Panzerfäuste unschädlich gemacht. Der Kampfmittelräumdienst untersteht ebenso wie die Polizei dem Innenministerium.[87]

 

Polizeihauptwachtmeister-Anwärterin Josefa Idem, Bereitschaftspolizei-Abteilung III in Wuppertal, erringt zusammen mit Barbara Schüttpelz bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Bronzemedaille im Zweier-Kajak.[88]

 

 

 

1985

 

 

 

18. Januar: Nachdem für das westliche Ruhrgebiet die höchste Smog-Alarmstufe (Stufe III) ausgerufen wird, muss die Polizei in Essen, Duisburg, Oberhausen und Bottrop das allgemeine Fahrverbot durchsetzen und alle Fahrzeugführer an der Weiterfahrt mit ihren Fahrzeugen hindern. Nur noch wenige Fahrzeuge, insbesondere von Feuerwehr und Rettungsdiensten dürfen weiterfahren. Für das östliche Ruhrgebiet gilt zeitgleich die Alarmstufe II.[89]

 

Die Polizei NRW hat mit einem Beamten für je 411 Bürger nach Rheinland-Pfalz (1:414) die geringste Polizeidichte in der BRD. In Berlin muss sich ein Polizist lediglich um 185 Bürger kümmern, im Saarland um 302 und in Bayern um 371.

 

23. April: Tod bei Fahndung. Bei der Fahndung nach einem Bankräuber wird Polizeihauptmeister Klaus Schlüter, Polizei Soest, von dem flüchtigen Täter angeschossen und so schwer verletzt, dass er fünf Tage später im Krankenhaus verstirbt.[90]

 

Die bisherigen Alcotest-Röhrchen werden durch elektronische Alcotest-Geräte der Fa. Dräger ersetzt. Bisher wurde durch ein Glasröhrchen, das gelbe, verfärbbare Kristalle enthielt, durch Autofahrer, die der Trunkenheit verdächtigt wurden, ein Ballon aufgeblasen. Bei Alkoholkonsum verfärbten sich die Kristalle mehr oder weniger stark grün. Da die Röhrchen jedoch eher ungenaue Ergebnisse ablieferten, kommen nun die Alcotestgeräte zum Einsatz, die genauer messen und über eine Digitalanzeige den mutmaßlichen Blutalkoholwert des Delinquenten anzeigen. Nach wie vor muss das Testergebnis, soweit es positiv ist, jedoch noch durch eine anschließende Blutprobe in der Wache bestätigt werden.[91]

 

November: Neue Dienstkleidung. Die bisherigen Lederjacken sollen durch Lederblousonjacken ersetzt werden. Erste Trageversuche der neuen Modelle werden bei den PP Düsseldorf und Gelsenkirchen sowie beim OKD Bergheim und bei der Polizeiautobahnstation Dortmund mit 300 Beamtinnen und Beamten unternommen. Ein Trageversuch wird ebenfalls mit einem neuen Motorradhelm unternommen. Die bisherigen Jethelme waren unten offen, um ungehinderte Gespräche mit den Bürgern zu erlauben, boten dafür allerdings der Kinnpartie keinen Schutz. Die neuen Integralhelme, die nun erprobt werden sollen, haben einen durchgehenden Kinnschutz. Anders als bei herkömmlichen Integralhelmen ist der Kinnschutz aber nicht starr mit dem Rest des Helms verbunden, sondern kann bei Bedarf nach oben geklappt werden.[92]

 

Die Tauchergruppen der Bereitschaftspolizei fördern im Rahmen einer länger angelegten gezielten Suchaktion nach Zweirädern zahlreiches Diebesgut aus Flüssen, Kanälen, Baggerseen und Teichen zutage. Zu ihren Fundstücken zählen im ersten Halbjahr 1985 u. a. 3 Pkw, 54 Fahrräder, 25 Kräder, 60 Mopeds- und Mopedrahmen, 3 Parkuhren, 3 Zigaretten- und Spielautomaten sowie ein MG-Gurt mit Munition. Die in Polizeitaucherkreisen „Aktion Speiche“ genannte Suchaktion ist nur eine von zahlreichen Einsatzformen. Daneben wurden in derselben Zeit noch 22 andere Einsätze – Suche nach vermissten Personen etc. – erledigt.[93]

 

11. August: In Lippstadt wird eine Streifenwagenbesatzung in einen Hinterhalt gelockt. Nachdem bei der Einsatzleitstelle ein Anruf eingegangen war, dass vor einem Haus eine Person herumgrölen würde, sucht eine Wagenbesatzung den angegebenen Ort auf. Dort wird ein vermeintlich betrunkener Mann torkelnd auf der Fahrbahn angetroffen. Als der Mann auf Zuruf nicht stehen bleibt, steigt einer der Beamten aus dem Fahrzeug. Unmittelbar darauf dreht sich der scheinbar Betrunkene um und bedroht den Beamten mit einer Schusswaffe. Aus einem angrenzenden Gebüsch kommt nun noch ein zweiter Mann und hält den zweiten Beamten im Fahrzeug ebenfalls eine Schusswaffe vor. Es gelingt den Männern, die beiden Polizisten aneinander zu fesseln und deren Dienstwaffen und den Streifenwagen zu rauben. Das Fahrzeug wird kurz darauf wiedergefunden, die Täter werden einige Zeit später im Rahmen von Ermittlungen festgenommen.[94]

 

September: Zu große Nähe zu einer Rechtspartei? In der Frankfurter Rundschau erscheint ein Artikel, in dem der Dortmunder Polizei vorgeworfen wird, allzu vertraulichen Umgang mit Vertretern der rechtsextremen Freiheitlichen Arbeiterpartei (FAP) gepflegt zu haben. Vertreter des 14. Kommissariates (Staatsschutz) sollten sich danach bei der Eröffnung der FAP-Bundeszentrale in Dortmund an einen Tisch gesetzt und ihnen ihre Maßnahmen in Bezug auf einen bevorstehenden Protest von Antifaschisten, Gewerkschaftern und SPD-Angehörigen erläutert haben. Dies führt auch zu einer Landtagsanfrage des SPD-Abgeordneten Champignon. Der Innenminister bestreitet in seiner Antwort jede Vertraulichkeit und jede Nähe der Polizei zur FAP. Man sei nicht der Auffassung, dass die Partei für Recht und Ordnung kämpfe. Man müsse aber respektieren, dass auch solche Parteien Rechte für sich in Anspruch nehmen könnten.[95]

 

25. September: Martin Krolzig wird von Innenminister Schnoor in der Erlöserkirche in Essen zum neuen Landespfarrer für die Polizeiseelsorge ernannt.[96]

 

Soziales Ansehen der Polizei. In einer 1985 von den Ratsbewerbern des Studienjahrgangs 1983/84 und dem Meinungsinstitut EMNID veröffentlichten Studie stehen Kriminalbeamte im Sozialranking zahlreicher Berufe in der Bevölkerung auf Platz 11 und uniformierte Polizeibeamte auf Platz 16. Deutlich weiter vorne rangieren im Ansehen der Bevölkerung etwa Ärzte, Anwälte, Lehrer und Handwerker. Zu den herausragendsten Eigenschaften von Polizeibeamten werden in der Öffentlichkeit die Korrektheit und Hilfsbereitschaft (50 %) gezählt, zu den Eigenschaften, die am wenigsten typisch für Polizeibeamte sein sollen, zählen Bestechlichkeit, Gewalttätigkeit, Rücksichtslosigkeit und Toleranz (7 – 15 %).[97]

 

Polizeisportler des Jahres 1985 wird Polizeiobermeister Roland Franzmann, PP Essen. Er war Deutscher Meister im Segeln in der Olympia-Jollenklasse geworden. Zudem errang er auf dem Silvaplana-See bei St. Moritz in der Schweiz den Titel des Europameisters.[98]

 

 

 

1986

 

 

 

Die ersten 10 „Datenendgeräte“ für Ausbildungszwecke werden bei der Direktion der Bereitschaftspolizei NRW angeliefert.[99]

 

10. März: Diskriminierung von Sinti und Roma. Das Innenminister verfügt in einem Erlass, dass zur Vermeidung von Diskriminierungen in Strafanzeigen sowohl der Gebrauch des Begriffs „Zigeuner“ und „Landfahrer“ wie auch Hinweise auf die ethnische Zugehörigkeit von Beschuldigten zu den Sinti und Roma zu unterlassen sind. Die Regelung sei auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass dieser Bevölkerungsgruppe im Dritten Reich staatliches Unrecht widerfahren sei. Die authentische Protokollierung von Vernehmungstexten bleibt von den neuen Regelungen unberührt.[100]

 

Grüne fordern Abschaffung der Bereitschaftspolizei. Die Partei der Grünen fordert auf ihrer Bundesversammlung am Pfingstwochenende in Hannover, die Bereitschaftspolizei, den Bundesgrenzschutz und den Verfassungsschutz ersatzlos abzuschaffen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Dr. Schnoor macht auf der Innenministerkonferenz deutlich, dass die Bereitschaftspolizei und der Verfassungsschutz für die Sicherheit der Bürger unverzichtbar sind.[101]

 

1986 bringen 67 % des Polizeinachwuchses die Fachhochschulreife oder das Abitur mit, 31 % die mittlere Reife und 2 % den Hauptschulabschluss.[102]

 

20. August: Die Duisburger Polizei und zahlreiche Rettungskräfte müssen zu einem Giftgas-Unfall im Werk der Mannesmann Demag AG ausrücken. Bei Schleifarbeiten an einem Rohr war eine größere Menge Trichloräthylen ausgetreten, dass sich unter Hitzeeinwirkung zum Kampfgas Phosgen umwandelt. 38 Menschen werden durch den Gasaustritt verletzt.[103]

 

Oktober: Polizeidirektor Dietloff Kapp, der Abteilungsführer der Bereitschaftspolizei-Abteilung III in Wuppertal verstirbt im Alter von 59 Jahren. Kapp hatte die Leitung der Ausbildungsstätte 1972 übernommen.[104]

 

31. Dezember: Wohnhausbrand mit vier Toten. Die Brandermittler in Oberhausen müssen sich mit einen Wohnhausbrand befassen, der sich am Sylvestermorgen in Oberhausen ereignet. Während sich ein Elternpaar noch aus dem Haus retten kann, werden ihre zwei Jungen und zwei Mädchen Opfer der Flammen. Sie können nach den Löscharbeiten nur noch tot aus dem Zechenhaus geborgen werden.[105]

 

Der langjährige Präsident der Wasserschutzpolizei, Dr. Jakob Jülicher, geht in den Ruhestand. Jülicher war 1962 das Amt des Direktors der Wasserschutzpolizei übertragen worden, das später in ein Amt eines Polizeipräsidenten umgewandelt wurde. Jülicher verstirbt drei Jahre nach seiner Pensionierung am 15. Juni 1989.[106] Die Nachfolge Jülicher hat Ministerialrat Dierck Henning Schnitzler angetreten. Schnitzler hatte zuvor Tätigkeiten Regierungspräsidenten in Düsseldorf, beim PP Mönchengladbach und im Innenministerium ausgeübt. Sein großes Interesse für technische Dinge befähigt ihn besonders für das Amt des Polizeipräsidenten der Wasserschutzpolizei.[107]

 

Die Polizei unternimmt einen Trageversuch mit Tragetaschen für Handsprechfunkgeräte. Die Taschen können am Koppel oder am Schulterriemen getragen werden und sind mit einem Mikrofonlautsprecher gekoppelt, der am Kragen oder am Schulterstück angeklemmt wird. Es werden zunächst 500 Tragetaschen ausgegeben.[108]

 

Änderung der Fahrzeugflotte. Der bisher bei der Autobahnpolizei eingesetzte Ford Granada soll durch dessen Nachfolgemodell Ford Scorpio ersetzt werden. Das neue, mit einem Antiblockiersystem ausgestattete Modell schien mit Blick auf das Budget der Polizei zunächst nicht bezahlbar zu sein. Die Firma Ford machte der Polizei jedoch nach Verhandlungen schließlich ein günstiges Angebot. Zunächst soll der Scorpio jedoch auf seine Streifentauglichkeit erprobt werden.[109]

 

 

 

1987

 

 

 

4. Februar: Mehr als 140 Fahrzeuge rasen bei Unfällen auf der A4 zwischen Köln und Düren im dichten Nebel ineinander. Drei Menschen sterben, 33 weitere werden verletzt. Die Polizei stellt fest, dass bei Sichtweiten von nur 30 Metern die Fahrzeugführer teilweise mit 80 bis 90 km/h durch den Nebel gerast sind.[110] Innenminister Schnoor denkt darüber nach, rücksichtslose Raser zukünftig so lange auf Parkplätzen festzuhalten bis der Nebel sich verzogen hat.[111]

 

4. Februar: Tödlicher Schuss auf Einbrecher. Bei dem Versuch in eine Gaststätte einzubrechen, werden die Täter in Kempen/Niederrhein von einer Polizeistreife gestellt. Während einer der Männer flüchtet, greift der zweite, ein 44-jähriger, einen Polizeibeamten an. Dieser gibt einen Schuss auf den Täter ab, der an den Verletzungen stirbt.[112]

 

Februar: Neuer GdP-Vorsitzender: Auf einem außerordentlichen Landesdelegiertentag der Gewerkschaft der Polizei wird der Dortmunder Kriminalhauptkommissar Klaus Steffenhagen neuer Landesvorsitzender. Er löst Günter Schröder ab, der nicht mehr kandidiert.[113]

 

8. Februar: Geiselnahme in JVA. Drei wegen Mordes verurteilte Häftlinge der JVA Duisburg nehmen einen 25jährigen Justizbeamten als Geisel und fordern 1,5 Millionen Mark Lösegeld. Beamte des Landeskriminalamtes haben während der Geiselnahme Kontakt mit den Tätern. Nachdem sie sich aus dem Gefängnis freipressen können, flüchten sie mit einem zur Verfügung gestellten Wagen, 700.000 Mark Bargeld und ihrer Geisel Richtung Aachen. Nachdem sie ihr Fahrzeug stehen lassen und zu Fuß weiterflüchten, können zwei der Männer in Herzogenrath, der dritte wenige Stunden später in den Niederlanden festgenommen werden. Der Justizbeamte kann unversehrt aus der Gewalt der Männer befreit werden.[114]

 

Nach einem erfolgreichen Probelauf bei der Bielefelder Polizei erhalten nun auch die die Polizeibehörden Düsseldorf, Recklinghausen und Mettmann Rechenanlagen für die Automatisierte Vorgangsverwaltung (AVV). Alleine der Zentralrechner mit einer 110 MB-Festplatte kostet 80.000 D-Mark. Hinzu kommen zwei Festplatten von je 275 MB (60.000 DM), 11 Terminals mit Tastaturen (60.000 DM), 11 Tintenstrahldrucker im Gesamtwert von 25.000 Euro sowie für weitere 50.000 DM Datenübertragungshardware und ein Betriebssystem für 4.000 DM.[115] Einen weiteren Vorstoß in Richtung Datenverarbeitungstechnik gibt es mit dem Polizeilichen Logistiksystem (POLOS), das 1987 in sechs Testbehörden eingeführt wird und mit dem alle Beschaffungsmaßnahmen vom „Radiergummi bis zum Hubschrauber“ automatisiert und vereinfacht werden sollen.[116]

 

1. März: Die Fortbildungsprogramme der Kreispolizeibehörden und der Bereitschaftspolizei werden um die „Integrierte Fortbildung“ (IF) erweitert. Im Rahmen dieses Programms werden den Beamten Streß- und Konfliktbewältigung, Kommunikationsregeln, Taktik und Eigensicherung, Eingriffstechniken (Verteidigung, Fixierung von Personen etc.), eine Schießen/Nichtschießen-Ausbildung und eingriffsrechtliche Normen vermittelt.[117]

 

Die für Mai geplante erneute Volkszählung erregt die Gemüter in der Bevölkerung und beschäftigt auch die Polizei. 49 % der Bürger halten die Befragung für überflüssig, 13 % wollen sich ihr auf jeden Fall verweigern.[118] Schon im März wird im Zusammenhang mit der Volkszählung ein Sprengstoffanschlag auf das Leverkusener Rathaus verübt, in Oberhausen kann eine Explosion noch rechtzeitig durch die Polizei verhindert werden.[119] Nach dem Start der Befragung kommt es zu zahlreichen gewalttätigen Übergriffen gegen die Personen, die die Zählung durchführen. Die Übergriffe werden von der Landesregierung aufs schärfste verurteilt und es werden verstärkte Streifengänge der Polizei in Brennpunkten angekündigt.[120] In Bonn durchsucht die Polizei die Bundesgeschäftsstelle der Grünen, nachdem die Partei mit Flugblättern zum Boykott der Zählung aufgerufen hatte.[121]

 

2. Mai: Papstbesuch. Papst Johannes Paul II. macht während seines fünftägigen Besuches in Deutschland auch Halt in Bottrop, Essen und Gelsenkirchen. Zahlreiche Polizeibeamte müssen seine Fahrtstrecken schützen.  Höhepunkt seines Besuches ist ein Auftritt vor 100.000 Menschen im Gelsenkirchener Parkstadion.[122]

 

September: Die „Blaulichter“ als Einzelleuchten auf Streifenwagen weichen nun nach und nach der so genannten “Rundum-Ton-Kombination“ (RTK), bei der auf einem Balken zwei Blaulichter und eine blinkende Leuchtanzeige „STOP POLIZEI“ kombiniert sind. Die Leuchtanzeige wird nach vorne in Spiegelschrift abgestrahlt, damit sie auch von vorausfahrenden Fahrzeugführern gelesen werden kann. Im September werden in NRW die ersten grün-weißen Fahrzeuge mit dem RTK angeschafft, nachdem sie in einigen anderen Bundesländern bereits kurz vorher schon eingeführt worden sind.[123]

 

November: 20.000 Polizeibeamte aus ganz Deutschland, darunter auch viele aus Nordrhein-Westfalen, treffen zu einem Gedenkmarsch gegen Gewalt gegen Polizeibeamte durch die Frankfurter Innenstadt zusammen. Dabei wird auch zweier Polizeibeamter gedacht, die durch Demonstranten am 2. November an der „Startbahn West“ des Frankfurter Flughafens erschossen worden sind, sowie zweier weiterer Polizisten, die am 22. Oktober bei einem Einsatz in Hannover durch Schüsse ums Leben gekommen sind. Für die ermordeten Beamten wird eine große Trauerfeier im Frankfurter Dom abgehalten.[124] Einen weiteren Gedenkmarsch mit 4.000 Teilnehmern organisiert die Gewerkschaft der Polizei in Düsseldorf.[125]

 

Die Einkommen der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Polizei werden um 3,4 % erhöht.[126]

 

Die Lehrpläne für die neuen Fächer „Informations- und Kommunikationstechniken (IuK)“ und „Verhaltenstraining und Kommunikation (VTK)“ werden in Kraft gesetzt.[127]

 

Die „Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten“ wird gegründet.[128]

 

Alfred Dietel, Inspekteur der Polizei in Nordrhein-Westfalen wird von Innenminister Schnoor in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger wird Leitender Polizeidirektor Manfred Quentin, der seit 1983 Einsatzreferent im Innenministerium war.[129]

 

Dr. Kurt Gintzel, Direktor der Bereitschaftspolizei, geht ebenfalls in den Ruhestand. Die Nachfolge von Dr. Gintzel tritt der Leitende Polizeidirektor Horst Olszewski an, der seit 1984 das Amt des Schulleiters der Höheren Landespolizeischule „Carl Severing“ in Münster inne hatte.[130]

 

 

 

1988

 

 

 

1988 endet der Betrieb von Polizeihubschraubern des Typs Gazelle SA 341 G, von denen seit 1972 vier Exemplare angeschafft worden waren. Die stromlinienförmigen Helikopter boten vier Personen Platz und erreichten mit ihren 600 PS starken Motoren eine maximale Geschwindigkeit von 235 km/h.

 

8. Februar: Flugzeugabsturz. Eine zweimotorige Turbopropmaschine aus Hannover mit 21 Menschen an Bord gerät zwischen Mülheim und Essen-Kettwig beim Landeanflug auf den Düsseldorfer Flughafen in ein schweres Unwetter und zerschellt unterhalb der Ruhrtalbrücke auf einem Acker. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben. Die Essener Polizei begibt sich mit einem Großaufgebot an die Ermittlungen.[131]

 

16. August: Gladbecker Geiselnahme: In Gladbeck wird eine Filiale der Deutschen Bank von den erheblich vorbestraften Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner überfallen. Die beiden Täter flüchten mit Geiseln aus der Bank und kapern u. a. einen vollbesetzten Linienbus, dessen Fahrer sie zunächst zwingen, in die Niederlande und anschließend nach Bremen zu fahren. Die Odyssee der beiden Kriminellen, die sich noch über die beiden nachfolgenden Tage erstreckt, endet schließlich in einem Schusswechsel mit SEK-Kräften auf der A3 bei Bad Honnef. Die Geiselnehmer erschossen während ihrer Irrfahrt zwei Geiseln (15 und 18 Jahre). Zudem kam ein Polizeibeamter bei der Verfolgung ums Leben. Die Lehren, die aus dieser mobilen Einsatzlage bisher unbekannten Ausmaßes gezogen wurden, sollten die polizeilichen Taktiken bei Geiselnahmen und anderen schwerwiegenden Einsatzlagen nachfolgend grundlegend ändern.[132]

 

Polizeibeamte in Uniform beteiligen sich in Duisburg aus Solidarität an einem Demonstrationsmarsch von Stahlarbeitern, deren Arbeitsplätze in Duisburg-Rheinhausen beseitigt werden sollen. Innerhalb von 25 Jahren sind zuvor in der Stahl- und Metallindustrie zuvor 630.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Innenminister Herbert Schnoor verteidigt das Verhalten seiner Beamten.[133]

 

Der Inspekteur der nordrhein-westfälischen Polizei, Manfred Quentin, verstirbt nach kurzer Krankheit im Alter von 51 Jahren.[134] Sein Nachfolger wird Heinz Stork, der zuvor als Leiter Kölner Schutzpolizei tätig war.[135]

 

Die Bereitschaftspolizei nimmt in ihre Unterrichtspläne für die Auszubildenden einen Unterrichtsabschnitt „Informations- und Kommunikationstechnik“. Mit dem 60 Stunden umfassenden Unterricht wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Computer in immer mehr Bereichen der Polizei eingesetzt werden müssen. Alle Bereitschaftspolizeiabteilungen erhalten für ihre „Datenhörsäle“ je zwei Computer des Typs Siemens MX 2, zehn Bildschirme und Tastaturen sowie zwei Tintenstrahldrucker. Die Computer haben eine Speicherkapazität von 80 Megabyte. Als Software wird das Bürokommunikationssystem PARIS installiert. Die Auszubildenden sollen Kenntnisse über die Arbeitsweisen von Computern erhalten, Textverarbeitungen und Datenbanksysteme kennen lernen.[136]

 

Die Polizeigewerkschaften machen sich für eine Verkürzung der Lebensarbeitszeit für Polizeibeamte stark. Die Deutsche Polizeigewerkschaft etwa fordert eine Absenkung der Pensionsgrenze von 60 auf 55 Jahre. Damit „soll den besonderen Belastungen des Polizeidienstes Rechnung getragen werden“. Diskutiert wird auch eine Verringerung der Wochenarbeitszeit von bislang 40 Stunden.[137]

 

Im Verkehrszentralregister in Flensburg sind am Jahresende 1988  4,5 Mio. Personen eingetragen. Knapp eine halbe Million davon sind Mehrfach- oder Vielfachtäter.[138]

 

Polizeisportler des Jahres 1988 wird Henning Tonn. Der Polizeiobermeister des PP Bielefeld ist Polizeieuropameister im Radrennen geworden. Zur Polizeimannschaft des Jahres wird die 4 x 100 –Brustschwimmstaffel des Landes gewählt. Alle vier Polizeihauptwachtmeister dieser Staffel (Thorsten Juds, Martin Kröger, Michael Müntjes und Uwe Bergmeier) gehören der Bereitschaftspolizei in Selm an.[139]

 

1988 werden der Autobahnpolizei in NRW 292 Falschfahrer gemeldet. Durch die Falschfahrten werden 5 Personen getötet und 5 verletzt. In 58 Fällen gelingt es der Polizei die Falschfahrer zu stellen.[140]

 

22. November: Innenminister bleibt trotz Rücktrittsforderungen im Amt. Ministerpräsident Johannes Rau spricht Innenminister Dr. Schnoor nach den Vorgängen um das Gladbecker Geiseldrama, bei dem drei Menschen ihr Leben verloren, das Vertrauen aus. Die Opposition hatte seinen Rücktritt verlangt und einen Sondersitzung des Landtags anberaumt.[141]

 

 

 

1989

 

 

 

1. April: Mit den Zentralen Polizeitechnischen Diensten (ZPD) wird eine neue Polizeibehörde geschaffen. In der ZPD sind der Fernmeldedienst der nordrhein-westfälischen Polizei sowie die ADV-Abteilung des Landeskriminalamtes zusammengefasst. Leiter der neuen Polizeibehörde wird Leitender Polizeidirektor Gerd Lehmann.[142]

 

7. April: Der bisherige Leiter der Höheren Landespolizeischule „Carl Severing“, Leitender Polizeidirektor Gerd Lehmann, wird nach zweijähriger Tätigkeit verabschiedet. Zugleich wird sein Nachfolger, Leitender Polizeidirektor Heinz Ludwig Leding, ins Amt eingeführt. Leding war bisher Leiter der Gelsenkirchener Schutzpolizei gewesen.[143]

 

Die Wochenarbeitszeit der Polizeibeamten in NRW verkürzt sich von 42 auf 40 Stunden.[144]

 

Mai: Die Wasserschutzpolizei erhält ein Spezialfahrzeug – einen VW Bus -, das zur Bekämpfung der Umweltkriminalität mit einer Ausrüstung versehen ist, die auch unter schwierigsten Bedingungen optimale Probennahmen und Beweissicherungen erlaubt.  Das Fahrzeug kann aufgrund seiner Geländegängigkeit, seiner Steig- und seitlichen Neigungsfähigkeit, dass Ermittlungen auch bei extrem schlechten Geländebedingungen möglich sind. Das Fahrzeug kostet inklusive seiner Ausrüstung und seiner technischen Besonderheiten ca. 100.000,- DM.[145]

 

Juni: In Bonn kommen 1500 Polizeibeamte aus allen Bundesländern zu einer großen Polizeischau zusammen. 100.000 Besucher bekommen Übungen der Hubschrauberstaffeln und der Wasserschutzpolizei genauso zu sehen wie Vorführungen mit Diensthunden und Dienstpferden, Auftritte der Verkehrspuppenbühnen und vieles mehr.[146]

 

Verfahrenseinstellung gegen Polizeibeamte. Die Ermittlungsverfahren gegen die Polizeibeamten, gegen die wegen der Gladbecker Geiselaffäre aus dem Jahr 1988 Strafanzeigen erstattet worden waren, werden durch die Staatsanwaltschaft eingestellt. Die Staatsanwaltschaft stellt fest, dass weder den Beamten noch Innenminister Schnoor ein strafrechtlicher Vorwurf gemacht werden kann. Die Entscheidungen für einen freien Abzug der Geiselnehmer, wie auch für die Überlassung eines Fluchtwagens und der Zugriff gegen die Geiselnehmer auf der A3 seien „sorgfältig und im Ergebnis ermessensfehlerfrei abgewogen“ worden. Der Verteidiger eines der Geiselnehmer, Rechtsanwalt Rolf Bossi, legt gegen die Entscheidung Beschwerde ein.[147]

 

12.- 15. Juni: Staatsbesuch des sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow in Bonn.[148]

 

30. Juni: In Essen wird im Rahmen eines Polizeieinsatzes ein 13jähriger Schüler von der Polizei erschossen. Der körperlich kräftige und großgewachsene Junge hatte zuvor einem eingesetzten Beamten die Waffe aus dem Holster gerissen und die Beamten vor Ort damit bedroht. Im Rahmen der Notwehr kommt es zu Schussabgaben auf den Schüler, der dabei stirbt.[149]

 

18. Juli: Maßnahmen gegen Wohnungseinbruch. Aufgrund der seit Jahren steigenden Wohnungseinbruchzahlen bei gleichzeitig geringer Aufklärungsquote stellt der Innenminister per Erlass 12 Züge der Bereitschaftspolizei an drei Tagen in der Woche zur Einbruchsbekämpfung zur Verfügung.[150]

 

12. Oktober: Die Polizei nimmt ihre erste stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage in Betrieb. Landesweite Geschwindigkeitskontrollen und schwerste Unglücke in Baustellen waren der Anlass, die erste Anlage dieser Art an der A1 im Bereich der Baustelle „Volmarsteiner Talbrücke“ bei Hagen zu installieren. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge wird über Messfühler festgestellt, die in die Fahrbahn eingelassen sind. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung wird ein Frontalfoto von Fahrzeug und Fahrer gefertigt.[151]

 

9. November: Mauerfall. Nach monatelangen massiven Protesten der DDR-Bevölkerung gegen das Regime in Ostberlin geben sich die DDR-Regierenden geschlagen. Die Berliner Mauer fällt. DDR-Bürger und Bundesbürger können ab sofort frei in den jeweils anderen Teil Deutschlands einreisen und ausreisen.[152] Auch die nordrhein-westfälische Polizei bekommt die Auswirkungen deutlich zu spüren. Da zahlreiche Menschen die DDR verlassen und in den Westen übersiedeln, müssen zahlreiche Notunterkünfte improvisiert werden. U. a. werden auch Sporthallen der Bereitschaftspolizei in Unterkünfte für die neuen Bürger umgewandelt. Bereits einen Tag nach dem Mauerfall treffen etwa bei der Bereitschaftspolizei Wuppertal 80 Frauen, Männer und Kinder ein, die im Sportzentrum der BPA III untergebracht werden müssen. Die Beamten der Abteilung packen dabei tatkräftig an.[153]

 

Die Autobahnpolizei wird mit leistungsstärkeren Dienstwagen ausgestattet. Nachdem die Beamten bisher mit Ford Scorpio mit 74 kW-Motoren unterwegs waren und im Notfall eine Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h kaum überschreiten konnten, was sich bei Verfolgungsfahrten schnell bemerkbar gemacht hat, werden nun neue Ford Scorpio-Modell mit 2,4 l-Motoren und 92 kW angeschafft.[154]

 

Die Polizei NRW beginnt im Herbst mit Trageversuchen für einen neuen Kradschutzanzug. Die bisherigen Lederkombinationen haben bei den Motorradfahrern der Polizei immer wieder zu Problemen geführt, da die Kombis im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt waren. Die neuen Anzüge aus GORE-TEX-Material sollen dieses Problem beheben. Das Material der Anzüge lässt die Feuchtigkeit im Inneren über Membrane verdampfen, während die Wärme am Körper gehalten wird. Auch Wind soll von den neuen Kradkombis optimal abgehalten werden, bei heißen Temperaturen soll es eine gute Abschirmung vor Hitze geben.[155]

 

1989: Einrichtung der „Zentralen Aus- und Fortbildungsstelle für SEK (ZAF SEK)“ in Köln[156]

 

In der Polizeiführungsakademie in Münster wird die „Deutsche Gesellschaft für Polizeigeschichte“ gegründet. Die Gesellschaft wird von zunächst 15 Mitgliedern aus ganz Deutschland ins Leben gerufen. Sie soll gleichermaßen Geschichtswissenschaftler wie Hobby-Historiker, behördliche und private Sammler sowie Museen zusammenführen.[157]

 

Eine Studie der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung zum Thema „Grenzen und Möglichkeiten gewaltfreien Einschreitens“, bei der 665 Polizei in unterschiedlichen Kreispolizeibehörden und in der Fachhochschule befragt worden sind, führt zu folgenden wesentlichen Ergebnissen (es wurden nur signifikante Ergebnisse mit einer Zufallswahrscheinlichkeit unter 1 % vorgestellt): Polizeibeamte sind weniger aggressiv als die Gesamtbevölkerung. Polizeibeamte in Großstädten sind weniger aggressiv als Beamte in Mittel- und Kleinstädten. Je aggressiver Polizeibeamte sind, umso so eher üben sie im Dienst Gewalt aus. Polizeiführer sind eher der Meinung, dass in konkreten Fällen Gewalt vermeidbar gewesen wäre als Beamte der Ausführungsebene. Polizeiführer und Studenten der Fachhochschule neigen weniger dazu, bei Gewalteskalationen stärkere Gewaltanwendung zu fordern als andere Beamte. 50 % der Beamten haben eingeräumt, dass sich in bestimmten Fällen Gewalt hätte vermeiden lassen.[158]

 

Mit dem Modell einer „Belastungsbezogenen Kräfteverteilung (BKV)“ wird versucht, Planstellen bei den einzelnen Polizeibehörden nach deren Einsatzbelastung zu verteilen. Damit soll eine gerechtere Personalverteilung erfolgen als bisher.[159]

 

Straftaten von Polizeibeamten. Das Innenministerium veröffentlicht Zahlen zur Straffälligkeit von Polizeibeamten. Insbesondere vor dem Hintergrund der so genannten „Wegezoll-Affäre“ in den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster, bei der Autobahnpolizisten von Lkw-Fahrer Teile der Ladungen, vor allem Lebensmittel, ohne Bezahlung gefordert hatten, um sie von erforderlichen Polizeimaßnahmen zu verschonen, will Herbert Schnoor Transparenz üben. So weist er daraufhin, dass 96 – 98 % aller Strafverfahren gegen Polizeibeamte nicht zur Feststellung einer Straftat führen. 1986 sind von den rund 40.000 Polizeibeamten in NRW 134 von Strafgerichten verurteilt worden, 1987 waren es 158 und 1988 insgesamt 121. Das Thema wird mittlerweile auch verstärkt in der Ausbildung junger Beamter und im Dienstunterricht im Rahmen der Berufsethik erörtert.[160]

 



[1] Innenministerium des Landes NRW (Hrsg.), Rockergruppen in NRW, in: Die Streife 5/80, S. 8 f.

[2] Institut der Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (Hrsg.), Das Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei Nordrhein-Westfalen vom Gestern zum Heute... – Eine Chronik der Jahrzehnte, Selm 2005, S. 36

[3] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Spezialschulung an der HLPS, in: Die Streife 3/82, S. 12 f.

[4] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Landtag verabschiedet in zweiter Lesung neues Polizeirecht, in: Die Streife, 4/1980, 3 f.

[5] Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e. V. (Hrsg.), Bußgeldkatalog 2016, in: Internet https://www.bussgeldkatalog.org/fuehrerscheinklassen/mofa-fuehrerschein/, zuletzt eingesehen am 28.6.16

[6] Gössner, Rolf et al., Der Apparat – Ermittlungen in Sachen Polizei, Köln, 1982, S. 178 ff.

[7] Tänzer, Ronald, Central Europe ODMP, Günter Müller, in: Internet http://www.odmp.info/mod/polizei/index.php?site=details&id=311, zuletzt eingesehen am 19.3.17

[8] Verlag Cilip (Hrsg.), Polizeilicher Schusswaffeneinsatz in den Bundesländern für die Jahre 1976 – 1982, in: Bürgerrechte & Polizei, Cilip Nr. 1/1983, S. 78

[9] Wego, Maria, Die Geschichte des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, Hilden 1994, S. 185; auch: Landtag NRW (Hrsg.), Detailansicht des Abgeordneten Dr. Herbert Schnoor, in: Internet https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/Webmaster/GB_I/I.1/Abgeordnete/Ehemalige_Abgeordnete/details.jsp?k=01046, zuletzt eingesehen am 15.2.17

[10] Gössner, Rol et al., Der Apparat – Ermittlungen in Sachen Polizei, Köln 1982, S. 185

[11] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Aufgaben und Probleme der Polizei im Bereich des Umweltschutzes, in: Die Streife 6/86, S. 5 f.

[12] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.),  Die Polizei fährt Streife im Tatort Straßenbahn, in: Die Streife 1/80, S. 16

[13] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), In der Erprobung: Tragflächenflugzeuge und geschützte Streifenwagen für die Polizei, in: Die Streife, 3/1980, S. 9

[14] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), „Ich taufe dich WSP 11“ – Indienststellung eines neuen Polizeibootes, in: Die Streife, 7/1980, S. 3 ff.

[15] Innenministerium des Landes NRW (Hrsg.), Jetzt: „Bereitschaftspolizei Nordrhein-Westfalen Abteilung Essen“, in: Die Streife 10/1980, S. 6

[16] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Erste Funkstreifenwagen mit Methanol-Benzingemisch, in: Die Streife, 10/1980, S. 7

[17] Gössner, Rolf et al., Der Apparat – Ermittlungen in Sachen Polizei, Köln 1982, S. 186

[18] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), 88 Millionen für Baumaßnahmen bei der Polizei, in: Die Streife, 12/1980, S. 3 ff.

[19] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Der türkische Sprachunterricht wird fortgesetzt, in: Die Streife 1/82, S. 11

[20] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Welturaufführung eines Computerprogramms, in: Die Streife, 8/1980, S. 6

[21] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Die besten Polizeisportler 1980, in: Die Streife 3/81, S. 17

[22] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Sparerlass und Demonstration, in: Die Streife 5/81, S. 3 f.

[23] Der Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Neuer Inspekteur wird Erich Sieg, in: Die Streife, Nr. 1/81, S. 4

[24] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Stefan Stillers, in: Die Streife 4/84, S. 4

[25] Gössner, Rolf et al., Der Apparat – Ermittlungen in Sachen Polizei, Köln 1982, S. 188

[26] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Abschied vom Polizeiführerschein, in: Die Streife 5/81, S. 12

[27] Focus Online (Hrsg.), in: Internet (http://www.focus.de/magazin/archiv/60-jahre-bundesrepublik-chronik-der-republik_aid_385075.html

[28] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Entwicklung der effektiven durchschnittlichen Jahresarbeitszeit, in: Die Streife, 9/1989, S. 10

[29] Gössner, Rolf et al., Der Apparat – Ermittlungen in Sachen Polizei, Köln 1982, S. 188

[30] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Fachlehrer für Psychologie, in: Die Streife 6/81, S. 12

[31] Tänzer, Ronald (Hrsg.), Central Europe OMPD, Michael Branzke, in: Internet http://www.odmp.info/mod/polizei/index.php?site=details&id=128, zuletzt eingesehen am 28.3.17, auch: Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Bittere Stunden des Abschieds, in: Die Streife10/81, S. 3

[32] Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW, 20 Jahre „PSU-Team Polizei NRW“ in: Streife 01 12/01 2015, S. 16 f.

[33] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Breite Ausbildung für jede Situation, in: Die Streife 5/81, S. 14

[34] Gössner, Rolf et al., Der Apparat – Ermittlungen in Sachen Polizei, Köln 1982, S. 189 f.

[35] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Werner Haas: Ranghöchster Kriminalbeamter von Nordrhein-Westfalen im Ruhestand, in: Die Streife 9/81, S. 3

[36] Focus Online (Hrsg.), in: Internet http://www.focus.de/magazin/archiv/60-jahre-bundesrepublik-chronik-der-republik_aid_385075.html

[37] http://www.polizeifliegerstaffel.de/?Fliegerstaffel___Geschichte___Maschinen

[38] Griesch, Peter, Waffen- und Gerätewesen im Polizeipräsidium Gelsenkirchen, in: Städtische Gesellschaft und Polizei – Beiträge zur Sozialgeschichte der Polizei in Gelsenkirchen, Goch, Stefan (Hrsg.), Essen 2005, S. 371

[39] Gössner, Rolf et al., Der Apparat – Ermittlungen in Sachen Polizei, Köln 1982, S. 191

[40] Der Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Schon die 3. Jugendverkehrsschule, in: Die Streife, Nr. 8/81

[41] Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (Hrsg.), Profiliert, in: Internet:

https://www.fhoev.nrw.de/services/nachrichten/nachricht/artikel/maerz-2015.html

[42] Chronik-Verlag, Chronik des 20. Jahrhunderts `82, Dortmund 1983, S. 35

[44] Tänzer, Ronald, Central Europe OMPD, Heinrich Hasenkamp, in: Internet http://www.odmp.info/mod/polizei/index.php?site=details&id=3385, zuletzt eingesehen am 18.3.17

[45] Institut der Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (Hrsg.), Das Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei Nordrhein-Westfalen vom Gestern zum Heute... – Eine Chronik der Jahrzehnte, Selm 2005, S. 8

[46] Kenkmann, Alfons, Vom Ordnungshüter zum Ordnungspartner – Ein Streifzug durch die Polizei im 20. Jahrhundert, in: Städtische Gesellschaft und Polizei – Beiträge zur Sozialgeschichte der Polizei in Gelsenkirchen, Goch, Stefan (Hrsg.), Essen 2005, S. 50

[47] Der Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Spezialeinheiten, in: Die Streife, Sonderausgabe, S. 15

[48] Der Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Neues Polizeiorganisationsgesetz, in: Die Streife 2/82, S. 4 ff.

[49] Chronik Verlag (Hrsg.), Chronik des 20. Jahrhunderts `82, Dortmund 1983, S. 32

[50] Wikipedia (Hrsg.), Joachim Kroll, in: Internet https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Kroll, zuletzt eingesehen am 23.11.15

[51] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Neuer Leiter der Polizeiabteilung, in: Die Streife 9/82, S. 5

[52] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Polizeibeamte müssen beim Anlegen von Sicherheitsgurten Vorbild sein, in: Die Streife, 3/1984, S. 17

[53] Verlag CILIP (Hrsg.), Polizeilicher Schusswaffengebrauch 1976 – 1982 – Die Offizielle Statistik der Polizeiführungsakademie, in: Bürgerrechte & Polizei, Cilip Nr. 1/1983, S. 81

[54] Chronik Verlag (Hrsg.), Besetzte Gebäude geräumt, in: Chronik des Ruhrgebiets, Dortmund 1987, S. 601

[55] Redaktion Spiegel (Hrsg.), Polizei – Freund und Hehler, Ausgabe v. 27.12.82 in: Internet http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14357815.html, zuletzt eingesehen am 10.8.17

[56] Chronik Verlag (Hrsg.), Ufo hält Duisburger Polizei in Atem, in: Chronik des Ruhrgebiets, Dortmund 1987, S. 602

[57] Der Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Polizeithemen in der IMK, in: Die Streife, 1-2/1983, S. 2

[58] Der Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Spezialeinheiten, in: Die Streife, Sonderausgabe, S. 15

[59]  Diederichs, Otto, Polizei, Hamburg 2000, S. 47

[60] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Schnoor will keine kriminellen Helfer der Polizei dulden, v. 7.12.83

[61] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Viele Hunderttausend gingen für den Frieden auf die Straße, v. 24.10.83

[62] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, In NRW schnallen sich nur noch 49 % der Autofahrer an, v. 19.7.83

[63] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Kohl kündigt Raketen-Stationierung an, v. 22.11.83

[64] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Tausende Schüler bei Sternmärschen, v. 21.10.83

[65] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Polizisten werden für Herbst-Demos geschult, v. 13.9.83

[66] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Hohe Auszeichnung, in: Die Streife, 1-2/1984, S. 5

[67] Olszewski, Horst, Polizeivollzugsbeamter in NRW, in: Die Streife, 6/1984, S. 15

[68] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Personalien, in: Die Streife 12/83, S. 14

[69] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Wechsel in der Direktion der Bereitschaftspolizei, in: Die Streife, 1-2/1984, S. 14

[70] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Erster Kommissarlehrgang für Lebensältere in Münster, in: Die Streife 1-2/1986, S. 12

[71] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Polizei klagt: Abends keine Auskunft mehr, v. 10.1.84

[72] Wego, Maria, Die Geschichte des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, Hilden 1994, S. 187

[73] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Wechsel bei der Kriminalpolizei, in: Die Streife, 7-8/1984, S. 8

[74] CILIP Redaktion (Hrsg.), Deutlicher Rückgang polizeilicher Todesschüsse 1984 – ein Hoffnungsschimmer?, in: Bürgerrechte & Polizei, CILIP 20, Nr. 1/1985, S. 54

[75] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Derzeitiger Entwicklungsstand: Polizeitypisches Einsatzmittel – Wirkkörperwerfer, in: Streife 6/86, S. 14 f.

[76] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Maschinenpistolen der Polizei werden doppelt gesichert, v. 9.8.84

[77] Wikipedia: Sicherheitsgurt

[78] Innenministerium NRW (Hrsg.), Neuer akademischer Grad für Kommissare: Diplomverwaltungswirt, in: Die Streife 12/84, S. 8

[79] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Polizei stürmte Sparkasse, Räuber gefasst – Geisel frei, v. 30.8.84

[80] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Polizeigewerkschaft erwägt aus Protest „Knöllchen-Stopp“, v. 31.8.84

[81] Institut der Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (Hrsg.), Das Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei Nordrhein-Westfalen vom Gestern zum Heute... – Eine Chronik der Jahrzehnte, Selm 2005, S. 8

[82] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Führungswechsel bei der HLPS, in: Die Streife, 11/1984, S. 9

[83] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Werbe- und Auswahldienst der Polizei NW, in: Die Streife, 11/1984, S. 13

[84] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Polizei soll kleine Umweltsünden sofort bestrafen, v. 4.12.84

[85] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Im Landtag Ruf nach Null-Promille-Grenze, v. 13.12.84

[86] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Alle Polizeireiterstaffeln in NRW bleiben erhalten, in: Die Streife 1-2/1984, S. 11

[87] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen, in: Die Streife, 9/1985, S. 8

[88] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Bronze bei Olympia – Anwärterin bei der BPA, in: Die Streife, 11/1984, S. 16

[89] Chronik Verlag (Hrsg.), Höchste Smog-Alarmstufe im Revier, in: Chronik des Ruhrgebiets, Dortmund 1987, S. 617

[90] Tänzer, Ronald, Central Europe ODMP, Klaus Schlüter, in: Internet http://www.odmp.info/mod/polizei/index.php?site=details&id=102, zuletzt eingesehen am 19.3.17

[91] Griesch, Peter, Waffen- und Gerätewesen im Polizeipräsidium Gelsenkirchen, in: Städtische Gesellschaft und Polizei – Beiträge zur Sozialgeschichte der Polizei in Gelsenkirchen, Goch, Stefan (Hrsg.), Essen 2005, S. 37375 f.

[92] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), In der Erprobung: Blouson-Lederjacke, in: Die Streife, 9/1985, S. 12

[93] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Einsatz der Tauchergruppen der Bereitschaftspolizei NW im 1. Halbjahr 1985, in: Die Streife, 9/1985, S. 11

[94] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Harmloser Anlass mit schweren Folgen, in: Die Streife, 11/1985, S. 11

[95] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Verhalten der Polizei bei der Eröffnung der Bundeszentrale der FAP in Dortmund, in: Die Streife, 11/1985, S. 10

[96] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), „Freund und Helfer für die Polizei“, in: Die Streife, 10/1985, S. 6-7

[97] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Befragung im „Omnibus“, in: Die Streife, 12/85, S. 6

[98] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Mehr Individualität im Dienstsport, in: Die Streife 1-2/1986, S. 20

[99] Institut der Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (Hrsg.), Das Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei Nordrhein-Westfalen vom Gestern zum Heute... – Eine Chronik der Jahrzehnte, Selm 2005, S. 8

[100] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Bezeichnung von Sinti und Roma durch die Polizei, in: Die Streife 5/86, S. 7

[101] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Innenminister Dr. Herbert Schnoor zur Notwendigkeit der Bereitschaftspolizei und des Verfassungsschutzes, in: Die Streife 6/86, S. 3

[102] Institut der Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (Hrsg.), Das Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei Nordrhein-Westfalen vom Gestern zum Heute... – Eine Chronik der Jahrzehnte, Selm 2005, S. 37

[103] Chronik Verlag (Hrsg.), Unfall mit Giftgas fordert 38 Verletzte, in: Chronik des Ruhrgebiets, Dortmund 1987, S. 622

[104] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Dietloff Kapp, in: Die Streife 10/86, S. 11

[105] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Vier Kinder tot im Zechenhaus, v. 2.1.87

[106] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Dr. Jakob Jülicher, in: Die Streife, 6-7/1989, S. 10

[107] Innenministerium des Landes NRW (Hrsg.), Amtswechsel bei der Wasserschutzpolizei, in: Die Streife 4/1986, S. 3

[108] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Tragetaschen im Versuch, in: Die Streife 3/1986, S. 13

[109] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Der Granada-Nachfolger für die Autobahn, in: Streife 7-8/86, S. 12

[110] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Chaos im Nebel – über 100 Autos verunglückt, v. 5.2.87

[111] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Schnoor erwägt Zwangspause für Nebel-Raser, v. 13.2.87

[112] CILIP Redaktion (Hrsg.), Schusswaffeneinsatz 1987, in: Bürgerrechte & Polizei, CILIP 31, Nr. 3/1988, S. 57 ff.

[113] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Steffenhagen führt Polizeigewerkschaft, v. 12.2.87

[114] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Häftlinge nehmen Wärter als Geisel, v. 9.2.87; auch: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Duisburger Drama beendet – Gangster gefasst, Geisel frei, v. 10.2.87

[115] Polizei-Führungsakademie (Hrsg.), DV-Technik für Führung und Einsatz, Münster 1987, S. 146 u. 165

[116] Polizei-Führungsakademie (Hrsg.), DV-Technik für Führung und Einsatz, Münster 1987, S. 148 f.

[117] Kleinknecht, Thomas, Polizeiliche Bildungsarbeit – Vom Fachunterricht zur sozialen Kompetenz, Münster 1997, S. 203

[118] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Umfrage: 49 % halten Volkszählung für nicht notwendig, v. 27.2.87

[119] Westdeutsche Allgemeine Zeitung,  Zählstellen werden stärker überwacht, v. 12.3.87

[120] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, NRW-Regierung verurteilt Gewalt gegen Zähler, v. 21.5.87

[121] Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Polizei durchsucht Geschäftsstelle der Grünen in Bonn, v. 27.4.87

[122] Chronik Verlag (Hrsg.), Papst Johannes Paul II. im Ruhrgebiet, in: Chronik des Ruhrgebiets, Dortmund 1987, S. 629

[123] Gewerkschaft der Polizei (Hrsg.), Anhaltesysteme - GdP-Erfolg optisch sichtbar, in: Deutsche Polizei 11/87, S. 25

[124] Gewerkschaft der Polizei (Hrsg.), Hannover Frankfurt, in: Deutsche Polizei 12/87, S. 3 ff.

[125] Gewerkschaft der Polizei (Hrsg.), Die Morde in Frankfurt: Neue Dimension der Gewalt, in Deutsche Polizei 12/87, Landesteil NRW, S. 1

[126] Gewerkschaft der Polizei (Hrsg.), GdP: Überblick über Erfolge im Jahr 1987, in: Deutsche Polizei 1/88, S. 12

[127] Institut der Aus- und Fortbildung der Polizei NRW (Hrsg.), Das Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei Nordrhein-Westfalen vom Gestern zum Heute... – Eine Chronik der Jahrzehnte, Selm 2005, S. 9

[128] Stefan Goch, Landespolizei in der Stadt ab 1953, in: Städtische Gesellschaft und Polizei – Beiträge zur Sozialgeschichte der Polizei in Gelsenkirchen; Stefan Goch (Hrsg.), S. 336

[129] Landtag NRW (Hrsg.), Ruhestand. Zur Person, in: Landtag intern, 18. Jahrgang, Ausgabe 10 v. 30.6.87, S. 15   

[130] Landtag NRW, Ruhestand. Zur Person, in: Landtag intern, 18. Jahrgang, Ausgabe 10 v. 30.6.87, S. 15   

[131] Polizeipräsidium Essen (Hrsg.), 100 Jahre Polizeipräsidium Essen, S. 86 ff.

[132] Wikipedia: Geiselnahme von Gladbeck, in: Internet https://de.wikipedia.org/wiki/Geiselnahme_von_Gladbeck, zuletzt eingesehen am 15.10.15

[133] Holecek, (ohne Vornamensangabe), Rheinhausen: Wenn es an der Ruhr brennt…, in: Deutsche Polizei 4/88, S. 4 ff.

[134] Gewerkschaft der Polizei (Hrsg.), Familie dankt für Anteilnahme, in: Deutsche Polizei 6/88, S. 16

[135] Innenministerium des Landes NRW (Hrsg.), Inspekteur der Polizei feierlich verabschiedet, in: Die Streife 10/92, S. 9

[136] Gewerkschaft der Polizei (Hrsg.), Der Nachwuchs und die Informatik, in: Deutsche Polizei 10/88, S. 9 f.

[137] Deutsche Polizeigewerkschaft (Hrsg.), Lebensarbeitszeit für Polizeibeamte verkürzen, in: Polizeispiegel 6/88, S. 127

[138] Gewerkschaft der Polizei (Hrsg.), 4,5 Millionen in Flensburg registriert, in: Deutsche Polizei 7/89, S. 19

[139] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Sportlerehrung 1988 unter dem Thema „Leistungssport“, in: Die Streife, 1-2/1989, S. 20 f.

[140] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Jahresentwicklung der Verkehrsunfälle, in: Die Streife, 3/1989, S. 18

[141] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Ministerpräsident Rau spricht Innenminister Dr. Schnoor sein Vertrauen aus, in: Die Streife 12/1988, S. 3

[142] Der Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Zentrale Polizeitechnische Dienste, in: Die Streife 4/89, S. 17

[143] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Neuer Leiter der HLPS, in: Die Streife, 5/1989, S. 14

[144] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Entwicklung der effektiven durchschnittlichen Jahresarbeitszeit, in: Die Streife, 9/1989, S. 10

[145] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Wasserschutzpolizei Nordrhein-Westfalen, in: Die Streife, 6-7/1989, S. 14 f.

[146] Gewerkschaft der Polizei (Hrsg.), Polizei und Attraktionen, in: Deutsche Polizei 9/89, S. 8

[147] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Verfahren gegen NRW-Polizeibeamte eingestellt, in: Die Streife, 6-7/1989, S. 8

[148] Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Deutschland-Chronik

     http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschland-chronik/, zuletzt eingesehen am 28.6.15

[149] Landtag Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Tod eines türkischen Schülers, Landtagsdrucksache 10/4756 v. 11.10.89

[150] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Blickpunkt: Innere Sicherheit, in: Die Streife, 9/1989, S. 3 f.

[151] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Stationäre Überwachungsanlage, in: Die Streife, 11/1989, S. 12

[152]Focus Redaktion, 60 Jahre Bundesrepublik – Chronik der Republik, in: Internet http://www.focus.de/magazin/archiv/60-jahre-bundesrepublik-chronik-der-republik_aid_385075.html, zuletzt eingesehen am 28.6.15

[153] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Herberge bei der Polizei, in: Die Streife, 12/1989, S. 2

[154] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Funkstreifenwagen für die Verkehrsüberwachungsbereitschaften, in: Die Streife, 8/1989, S. 13

[155] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Neuer Kradschutzanzug, in: Die Streife, 8/1989, S. 12

[156] Innenministerium des Landes NRW (Hrsg.), Spezialeinheiten, in: Die Streife, Sonderausgabe, S. 15

[157] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Deutsche Gesellschaft für Polizeigeschichte, in: Die Streife, 8/1989, S. 13

[158] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Möglichkeiten und Grenzen gewaltfreien Einschreitens, in: Die Streife, 8/1989, S. 7

[159] Innenministerium des Landes NRW (Hrsg.), Belastungsbezogene Kräfteverteilung – Neues System sorgt für mehr Gerechtigkeit, in: Streife 4/97, S. 12

[160] Innenminister des Landes NRW (Hrsg.), Kriminalität in der Polizei, in: Die Streife, 8/1989, S. 10 f.